Uni-Siegen
14. März 2017Menschenbilder in öffentlichen Debatten
Was der Mensch ist, ist eine Frage, die viele Köpfe, seit es den Menschen gibt, beschäftigt hat und immer noch beschäftigt und bietet vielfältige Denkanstöße für ein Seminar in dem man sich Menschenbildern zuwenden möchte. Daher grenzen wir die Frage...
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Jetzt Lernplan erstellenWas der Mensch ist, ist eine Frage, die viele Köpfe, seit es den Menschen gibt, beschäftigt hat und immer noch beschäftigt und bietet vielfältige Denkanstöße für ein Seminar in dem man sich Menschenbildern zuwenden möchte. Daher grenzen wir die Frage zunächst ein: Was sind Menschbilder eigentlich und was bedeutet es, wenn die Medien, als wirkmächtiges Instrument der öffentliche Debatte dieses oder jenes Menschenbild vermitteln?
Wir können Menschenbilder als Zeichen begreifen, die wir deuten und verstehen und gleichermaßen als Konstruktionen eben der Medien (als Sender) die zu quasi mediatisierten Vorbildern werden und dem -Publikum- (als Empfänger) zur Orientierungsstiftung dienen, ihren Reflexionsprozess beeinflussen und Zuschreibungsoperationen liefern, wie ein Mensch sein sollte.
Menschbilder sind also immer kulturell und diskursiv konstruiert. Sie führen zu Selbst- und Fremdeinschätzungen und sind Ausdruck einer bestimmten Epoche. Das impliziert auch, dass sie wandelbar sind und je divergenter die gesellschaftliche Realität sich darstellt, in einigen Merkmalen variieren. Sie sind jedoch zu jeder Zeit von Erwartungen bestimmt, die ihrerseits aus Traditionen hervorgegangen sind. Sie sind daher Stereotype über die es mehrheitlichen Konsens gibt, die im Diskurs verankert sind.
Bevor wir uns im Seminar dem Thema vor allem mithilfe medialer Texte nähern und schauen, welche Menschenbilder die aktuellen Diskurse liefern, werden wir einige theoretische Grundlagen voranstellen. Einschlägig sind dabei Kommunikationsmodelle (de Saussure, Bühler, Jakobson), die Diskursanalyse (Foucault) und die Normalitätstheorie (Jürgen Link). Wir kommen zur Frage -was der Mensch ist- zurück, indem wir eine philosophiegeschichtliche Einordnung der Beschäftigung mit dem Menschen (anthropologische und ethische) vornehmen, sowie biologische Erklärungsmuster und juristische Grundbestimmungen als einen weiteren Schwerpunkt des Seminars setzen, bevor wir uns den aktuellen Diskursen zuwenden und schauen, welches Bild vom Menschen gegenwärtig vermittelt wird. Wir werden dabei auf verschiedene Aspekte stoßen. Beispielhaft sei hier die Darstellung der Geschlechterverhältnisse anhand der Diskussionen um Weiblichkeit in Politik, Frauenquote, Kinderbetreung etc., die Bedeutung der Technologie und künstliche Intelligenz, die Selbstdarstellung über Cyberexistenzen und Veröffentlichung des Privaten, die Diskussionen um Sterbehilfe und die Rolle des Hirntods, die Verletzlichkeit des Menschen durch Terroranschläge oder Schweinegrippe, Gentechnik oder das Verhältnis von Mensch und Tier genannt.
Bitte beginnen Sie, Texte, Filme etc. zu sammeln, in denen ein bestimmtes (oder unbestimmtes) Menschbild (re)präsentiert wird und bringen sie diese zur ersten Sitzung mit.
Eine ausführliche Literaturliste erhalten Sie in der ersten Seminarsitzung.
Zur Vorbereitung z.B.:
Grimm, Petra; Capurro, Rafael (Hrsg.) (2002): Menschenbilder in den Medien - ethische Vorbilder. Wiesbaden: Franz Steiner Verlag
Fischer, Luisa , M.A.
Je nach Art der Leistungserbringung sind 2, 5 oder 7 Kreditpunkte für Bachelor PO 2009 bzw. 3+3 für Bachelor 2011 und 2 oder 4 Kreditpunkte für Lehramt zu erlangen. Zu Beginn der LV erfolgt eine genaue Darlegung der jeweiligen Anforderungen.
Universität Siegen
WiSe 2012/13
M.A.
Dießelmann Anna Lena M.A