Uni-Siegen
14. März 2017Politische Bilder
-Politische- Bilder evoziert ein weites Feld. Seine äußeren Ränder bilden die Affinität des Bildes zur Politik und der Einsatz des Bildes als (politische) Waffe. Als -Repräsentationen- sind Bilder als visuelle, auch visionäre Darstellungen von Haus aus politisch, vergleichsweise eindeutig greifbar...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellen-Politische- Bilder evoziert ein weites Feld. Seine äußeren Ränder bilden die Affinität des Bildes zur Politik und der Einsatz des Bildes als (politische) Waffe.
Als -Repräsentationen- sind Bilder als visuelle, auch visionäre Darstellungen von Haus aus politisch, vergleichsweise eindeutig greifbar in der Verpflichtung gegenüber bestimmten Auftraggebern oder Bildprogrammen. Der Einsatz von Bildern als (politische) Waffe ist uns besonders aus der Propaganda und dem Fotojournalismus vertraut. Politik ist auch darauf verpflichtet, eindrückliche Bilder zu machen, worauf etwa Christoph Schlingensief im Verweis auf die Massenmedien gern insistiert hat. Insgesamt entfalten Bilder ihr -politisches- Vermögen allererst über (massen)mediale Wiederholung und Verschiebung, über ihre Einbindung in immer andere und ähnliche Kontext, über Wiederverwertung und Abweichung.
Politische Ikonologie und politische Ikonographie untersuchen solche Sachverhalte. Während die politische Ikonologie sich (eher) mit dem Erschließen des politischen Gehalts anhand des Einzelbildes beschäftigt, geht die politische Ikonographie davon aus, dass sich politischer Gehalt in wiedererkennbaren -Bildformeln- und -Motivketten- manifestiert, die immer wieder differenziert werden. Pate gestanden hat bei der Entwicklung der politischen Ikonographie der von Aby Warburg in Analogie zur Schagzeile gebildete Begriff des -Schlagbildes-.
Die Frage, ob es so etwas wie ein -Schlagbild- gibt und ob bzw. unter welchen Parametern Bilder politisch (lesbar) werden, steht im Zentrum des Seminars. Konkret wollen wir nachvollziehen, in welchen Kontexten, Medien und Strategien Bilder möglicherweise politische Wirkung enfalten. Es sollen Bilder zur Sprache kommen, die als politische Ikonen schon ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind, etwa Delacroix` Die Freiheit auf den Barrikaden, und solche, die innerhalb eines konkreten Kontextes politisch Position beziehen. Inspiriert von den Ansätzen politischer Ikonographie, wie sie in dem von Martin Warnke u.a. herausgegebenen Handbuch politische Ikonographie (s.u.) vorgestellt sind, sollen ebenso bestimmte Bildformeln und/oder Motivkomplexe (etwa -Flagge-) in ihrer Entwicklung nachvollzogen und ggf. durch Kontextänderung differenziert werden. Ein Blick auf explizit propagandistische Bildprogramme (z.B. Nationalsozialismus) sowie auf schlagende Beispiele aus dem Fotojournalismus können unsere Untersuchungen ergänzen.
Eigene Themenvorschläge sind willkommen (antje.quast@gmx.de).
Als Arbeitsgrundlage bzw. zur Inspiration dient hg. Martin Warnke, Uwe Fleckner, Hendrik Ziegler, Handbuch der politischen Ikonographie, München 2011
Eine differenzierte Bibliographie folgt nach der genauen Festlegung der Themenstellungen spätestens in der ersten Sitzung.
Kunst
Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme an dem Blockseminar!!!
Der Erwerb eines Leistungsnachweises erfolgt durch eine Hausarbeit.
Universität Siegen
SoSe 2013
Priv.-Doz. Dr.
Quast Antje Priv Doz