Uni-Siegen
14. März 2017Praxisforschungsprojekt Beratung in der Rehabilitation
Beratung hat sich in allen Feldern der Sozialen Arbeit zu einem zentralen Bestandteil professionellen Handelns entwickelt. Verbunden mit der Abkehr von standardisierten Angeboten hin zu flexiblen Unterstützungsmöglichkeiten zu einer selbstbestimmten Lebensführung gilt dies in besonderem Maße auch für das Feld...
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Jetzt Lernplan erstellenBeratung hat sich in allen Feldern der Sozialen Arbeit zu einem zentralen Bestandteil professionellen Handelns entwickelt. Verbunden mit der Abkehr von standardisierten Angeboten hin zu flexiblen Unterstützungsmöglichkeiten zu einer selbstbestimmten Lebensführung gilt dies in besonderem Maße auch für das Feld der Rehabilitation. Es gibt in diesem Feld keinen Mangel an Beratung, sondern einen Mangel an guten Ideen zur Integration der bestehenden Beratungsangebote in eine niedrigschwellig zugängliche, lokal verankerte auf Teilhabe und Inklusion bezogene ‚Beratungslandschaft‘. Beratung wird verstanden als eine zeitliche begrenzte, auf Entscheidungen bezogene Kommunikation, die eine einzelne Person oder eine Organisation in ihrer Handlungsfähigkeit stärken soll.
Das Forschungsprojekt geht aus von einer konkreten Problemstellung im Kreis Olpe. Es stellt sich dort wie in anderen Regionen das Problem, dass die Existenz, der fachliche Hintergrund und die Zielgruppen von Beratungsangeboten einer Vielzahl von Organisationen, Verbände und Reha-Träger, den Betroffenen nicht bekannt ist und daher nur schwer zugänglich ist. Aus professioneller Sicht stellt sich das Angebot als schlecht koordiniert und dadurch in seiner insgesamt nicht hinreichend leistungsfähig dar. Die Problemstellung stellt sich ähnlich auch in anderen Feldern der Sozialen Arbeit dar und eignet sich daher zur exemplarisch zur Bearbeitung im Feld der Rehabilitation.
Das Praxisforschungsprojekt dient der explorativen Untersuchung der Beratungslandschaft für Menschen mit Behinderungen im Kreis Olpe. Im ersten Semester soll ausgehend von der konkreten Problemstellung die leitende Forschungsfrage für das Gesamtprojekt entwickelt. Darüber hinaus soll in Kleingruppen die Fragesstellung und das Forschungsdesign für Teilprojekte entwickelt werden. Mit dem Gesamtprojekt soll sowohl die strukturelle Dimension der Beratungslandschaft als auch die fachliche Dimension des Selbstverständnisses von Berater/inne/n in den Blick genommen werden. In den beiden folgenden Semestern sollen die Erhebungen in den Teilprojekten durchgeführt und ausgewertet werden.
Zur Teilnahme an dem Projekt ist eine zeitliche Flexibilität notwendig, um in Kleingruppen auch außerhalb der Seminarsitzungen zu arbeiten und um, vor allem ab dem Sommersemester 2012, die Untersuchungen durchzuführen. Zu dem Forschungsprojekt gehören auch fachöffentliche Veranstaltungen, die in Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten des Kreises Olpe durchgeführt werden.
Ein Literaturverzeichnis wird zu Beginn der Veranstaltung ausgegeben. Zur vorbereitenden Lektüre kann empfohlen werden:
Broda, Michael; Klinkenberg, Norbert (2004): Beratung in der Rehabilitation. In: Nestmann, Frank, Engel, Frank und Sickendiek, Ursel (Hg.): Das Handbuch der Beratung. Band 2: Ansätze, Methoden und Felder, Bd. 2. Tübingen: dgvt-Verl., S. 1083–1095. (und auch andere Beiträge aus dem Handbuch)
Schnoor, Heike (Hg.) (2006): Psychosoziale Beratung in der Sozial- und Rehabilitationspädagogik. Stuttgart: Kohlhammer.
Bildung und Soziale Arbeit, Master, PO 2006
Spezielle Voraussetzung für die Teilnahme an dem Seminar bestehen nicht. Besondere Kenntnisse oder Praxiserfahrungen im Feld der Rehabilitation werden nicht erwartet.
Es wird eine aktive Teilnahme erwartet, die die Vorstellung von theoretischen Ansätzen, Forschungsmethoden und die Erstellung von Sitzungsprotokollen umfasst. Als Leistungsnachweis erstellen die Teilnehmer/innen ein Expose zu ihrer Forschungsfrage und zum Untersuchungsdesign.
Universität Siegen
WiSe 2011/12
Bildung und Soziale Arbeit, Master , Teilzeit, PO 2008
Sozialpädagogik und Sozialarbeit, Diplom II, PO 2000
Univ.-Prof. Dr.
Rohrmann Albrecht