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Uni-Kassel
14. März 2017

Pro Hauptseminar Deutsche Italienbilder Italienische Deutschlandbilder in Geschichte und Gegenwart

Das weit gespannte Thema des Seminars soll in verschiedene Problemkreise der Beziehungen zwischen den beiden Kulturen einführen. Teil I: Deutsche Blicke auf die italienische Welt – von Goethe bis Jan Weiler Das kulturelle und touristische Interesse der Deutschen an Italien...

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Das weit gespannte Thema des Seminars soll in verschiedene Problemkreise der Beziehungen zwischen den beiden Kulturen einführen. Teil I: Deutsche Blicke auf die italienische Welt – von Goethe bis Jan Weiler Das kulturelle und touristische Interesse der Deutschen an Italien hat bekanntlich eine lange und reiche Tradition. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es in der deutschsprachigen Kultur eine Tradition der Italiendichtung. Parallel dazu versuchen deutsche Autoren mittels Reise- und Erfahrungsberichten der italienischen Realität gerecht zu werden. Wir wollen die Entwicklung der dabei entstandenen Italienbilder und –mythen, die von hoher Literatur bis zum Klischee reichen, an Hand ausgewählter Texte (Lyrik, Prosa) betrachten. Teil II: Italienische Blicke auf die deutschsprachige Welt - Der italienische Blick auf die deutschsprachige Welt war sehr lange Zeit von einem schwierigen politischen Verhältnis und von kultureller Abneigung geprägt. Das Interesse der italienischen Literatur an den nördlichen Nachbarn war dementsprechend viel geringer als umgekehrt. Daher kamen Italiener kaum als Bildungsreisende in die deutschsprachigen Länder. Italienische Erfahrungen sind vielmehr vor allem die von Arbeitsmigranten. Dass an den „Barbaren“ aus dem Norden auch manch überraschend Gutes zu finden ist, war bereits der Eindruck von Tacitus in seiner berühmten Schrift „Germania“. So lässt sich bis heute die Haltung italienischer Schriftsteller , Reisender und Migranten in deutschsprachigen Ländern vorwiegend als „gedämpftes Interesse“ charakterisieren, das zuweilen auch Positives zu Tage fördert. Teil III: Interkulturelle Kommunikation im Rahmen der Institution „Kulturzeitschrift“. Dieser Teil des Seminars ist in ein laufendes Forschungsprojekt des Lehrstuhls eingebunden. Das Projekt betrifft die Fortsetzung des ersten Bandes der kommentierten Bibliographie „Italienbild und Stimme Italiens in den deutschsprachigen Kulturzeitschriften 1945-1990“ (erschienen in Tübingen 1998) bis zum Jahr 2007. Die Seminarteilnehmer können sich in die laufenden Forschungsarbeiten am Lehrstuhl mit einbringen. Es wird abschließend zu fragen sein, ob das alte Schlagwort „Die Italiener achten die Deutschen, aber lieben sie nicht – die Deutschen lieben die Italiener, aber achten sie nicht“ aus den betrachteten historischen Quellen und den fiktionalen Mythen noch immer Bestätigung findet oder ob es aus heutiger Sicht relativiert oder gar revidiert werden kann. Quellentexte: Fenoglio, Marisa: Vivere altrove, Palermo: Sellerio 1998. Weiler, Jan: Maria, ihm schmeckt's nicht!. Beobachtungen von meiner italienischen Sippe, Berlin: Ullstein 2003. LeistungsnachweisReferat (mit hand out) und darauf basierende schriftliche Ausarbeitung FB 02 Institut für Romanistik Uni Kassel SS 2008 Romanische Philologie NF Prof. Dr. Schwaderer Richard