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Uni-Hannover
14. März 2017

Probleme der Phraseologie

Mehrworteinheiten oder Phraseologismen wie -jemandem einen Korb geben-, -an jmdm. einen Narren gefressen haben-, -Öl ins Feuer gießen-, -gang und gäbe sein-, -Schulter an Schulter-, -von Tag zu Tag-, -blinder Passagier-, -auf gut Glück-, -sich die Zähne putzen- usw. bilden...

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Mehrworteinheiten oder Phraseologismen wie -jemandem einen Korb geben-, -an jmdm. einen Narren gefressen haben-, -Öl ins Feuer gießen-, -gang und gäbe sein-, -Schulter an Schulter-, -von Tag zu Tag-, -blinder Passagier-, -auf gut Glück-, -sich die Zähne putzen- usw. bilden traditionellerweise den Untersuchungsgegenstand der Phraseologie. Diese -festen Wortverbindungen- werden den sogenannten -freien Wortverbindungen-, die durch die (relativ) freie Kombination von Wörtern gebildet werden, gegenüber gestellt. In den letzten zwanzig Jahren sind Mehrworteinheiten für Teildisziplinen wie die Psycholinguistik, Korpuslinguistik, Computerlinguistik, Konstruktionsgrammatik und die Kognitive Linguistik interessant geworden. Trotz zahlreicher Studien bleiben viele Fragen offen: Wie fest sind feste Wortverbindungen im Sprachgebrauch wirklich? Wie sind Mehrworteinheiten im mentalen Lexikon repräsentiert? Warum sind einige feste Wortverbindungen grammatisch irregulär (vgl. -auf gut Glück-)? Diese und ähnliche Fragen werden uns in diesem Seminar beschäftigen. Diese Lehrveranstaltung ist als Projektseminar oder Forschungs(lern)seminar konzipiert. Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt ist das Seminar als praktische Einführung in das empirische bzw. experimentelle Arbeiten in der Linguistik gedacht. In Kleingruppen wird eine empirische Studie erstellt, durchgeführt, ausgewertet und präsentiert. Voraussetzungen für die Teilnahme sind: - Bereitschaft zur Lektüre englischer Fachtexte - Bereitschaft zum Einarbeiten in neue Methoden und ggf. Software-Programme - Bereitschaft zum engagierten Arbeiten in Kleingruppen Burger, Harald. 2010. Phraseologie: Eine Einführung am Beispiel des Deutschen. 4. Aufl. Berlin: Erich Schmidt. Fleischer, Wolfgang. 1997. Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. 2. Aufl. Tübingen: Niemeyer. Hartmann, Dietrich & Peter Schlobinski (Hg.). 2005. Phraseologismen und ihre Varianten. Bd. 5. Seelze (= Der Deutschunterricht 5). Nunberg, Geoffrey, Sag, Ivan A. & Wasow, Thomas. 1994. Idioms. Language 70, 491-538. Palm, Christine. Phraseologie: Eine Einführung. 2. Aufl. Tübingen: Narr. Eine umfangreiche Bibliographie findet sich unter: http://kollokationen.bbaw.de/bib/a.html Deutsche und Englische Linguistik, Master of Arts Teilnehmerzahl: 20. Universität Hannover SoSe 2015 Deutsch, Master LA Gymnasium Dr. Stathi Katerina