Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt A 12 Die Mär von der Planbarkeit der Dinge 8211 Was leistet Planung in der Stadtentwicklung
Die Mär von der Planbarkeit der Dinge – Was leistet Planung in der Stadtentwicklung? Ausgebildete Raumplanerinnen und Raumplaner sollen in der Lage sein, Stadtentwicklungsprozesse zu steuern, Quartiersveränderungen zu planen und anhand von städtebaulichen Plänen dieses Vorgehen zu fixieren. Grundsätzlich wird...
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Ausgebildete Raumplanerinnen und Raumplaner sollen in der Lage sein, Stadtentwicklungsprozesse zu steuern, Quartiersveränderungen zu planen und anhand von städtebaulichen Plänen dieses Vorgehen zu fixieren. Grundsätzlich wird die Planbarkeit von Stadtentwicklung nicht in Frage gestellt. Die beabsichtigten Ziele werden stets im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner formuliert und enden in einem positiven Zukunftsbild. Doch wie positiv verändern wir als Planerinnen und Planer eigentlich die Quartiere, was richtet unsere Planung eigentlich an? Zwei Beispiele verdeutlichen die guten Absichten von Planung und ihre vorläufigen Ergebnisse bis heute. Beide Quartiere haben unterschiedliche Stationen der Stadtentwicklung durchlaufen, die maßgeblich durch Förderprogramme und Sanierungsverfahren geprägt worden sind. Die Ziele und Ausrichtungen der Aufwertungsmaßnahmen wurden im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Die Ergebnisse dieser jahrzehntelangen Planungen könnten unterschiedlicher kaum sein:
Duisburg-Bruckhausen liegt im strukturschwachen Norden Duisburgs und hat im Laufe der Jahre bereits sehr unterschiedliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung (Sanierungsverfahren, Soziale Stadt, Stadtumbau West) durchlaufen. Die Bemühungen haben bis heute nicht zu einer gewünschten Aufwertung des Quartiers geführt, so dass als neues planerisches Leitbild der -Grüngürtel Duisburg Nord- als Pufferzone zwischen Industrie und Wohnen geboren wurde. Dieses Vorgehen stößt aktuell auf scharfe Kritik, da ein Großteil der gründerzeitlichen Strukturen dafür abgerissen werden muss.
Berlin-Prenzlauer Berg liegt im zu Ostberlin gehörenden Bezirk Pankow und hat seit der Wende starke Veränderungen aufgrund gezielter planerischer Eingriffe erfahren. Bis Ende der 90er Jahre war das Gebiet geprägt durch zahlreiche unsanierte, teilweise leer stehende Altbauwohnungen. Mittlerweile verzeichnet Prenzlauer Berg die höchsten Wachstumsraten, die unter anderem auf die natürliche Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen ist (-Babyboom-). Die Modernisierung der Gebäude ist weit vorangeschritten, die Mietpreise klettern und viele Alteingesessene sind in andere Quartiere gezogen, da sie sich das Wohnen dort nicht mehr leisten können. Kritik wird vor allem aufgrund der fortgeschrittenen sogenannten -Gentrifizierung- geübt, die als Negativergebnis der Aufwertungsbemühungen in den Vordergrund gestellt wird.
Exemplarisch soll das A-Projekt an diesen zwei sehr gegensätzlichen Entwicklungen untersuchen, welche Auswirkungen Planungsentscheidungen für ein Quartier haben können, welche Ziele verfolgt wurden und wie sich diese im Laufe der Zeit verändert oder gefestigt haben. Im Vordergrund steht dabei die Praxis der Städtebauförderung, mit der zahlreiche Quartiersentwicklungen in Deutschland unterstützt werden. Sie gibt Planerinnen und Planern finanzielle, rechtliche und organisatorische Instrumente an die Hand, um gewünschte Entwicklungen zu erreichen. Weitere Entscheider und Betroffene sollen im Rahmen dieser Untersuchungen einbezogen werden.
Als Ergebnis könnte eine Checkliste für gute Planung, eine Sammlung von Stolpersteinen sowie eine Bewertung von Maßnahmen und Entwicklungen entstehen oder aber auch die Grenzen den Planbarkeit beschrieben werden. Vorgesehen ist, die beiden Quartiere zu besuchen und vor Ort mit Expertinnen und Experten zu sprechen. Vertiefungsthemen sind unter anderem Beteiligungsprozesse, Städtebauförderung, Gentrifizierung, Grenzen und Spielräume von Akteuren.
Exkursionskosten:
Exkursion nach Duisburg: Wahrscheinlich keine zusätzlichen Kosten, da die Anreise mit den NRW-Ticket erfolgen kann. Übernachtungen sind bislang nicht geplant.
Exkursion nach Berlin: Gruppenrabatt der Bahn (Stand 28.06.13) 29,40 Euro pro Person und Fahrt (bei 15 Mitfahrern). Übernachtungskosten (3 Übernachtungen im Hostel: 6-20 Euro pro Nacht und Person). Im günstigsten Fall könnten die Exkursionskosten pro Person bei ca. 80 Euro liegen) im ungünstigsten Fall bei ca. 120 Euro.
Studien- und Projektzentrum
Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Bachelor Raumplanung (2012)
Dipl.-Ing.
Schulz Frank