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Uni-Kassel
16. März 2017

Projekt: Atlas des unsichtbaren

Wie können heute Karten im städtischen Kontext wirken? Welche gestalterischen, emotionalen und politischen Kräfte können Stadtkarten freisetzen? Wie können wir als Planer und Architekten Karten und Diagramme strategisch im städtischen Entwicklungsprozess einsetzen? Kartierungen sind weit mehr als vermeintlich neutrale Instrumente....

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Wie können heute Karten im städtischen Kontext wirken? Welche gestalterischen, emotionalen und politischen Kräfte können Stadtkarten freisetzen? Wie können wir als Planer und Architekten Karten und Diagramme strategisch im städtischen Entwicklungsprozess einsetzen? Kartierungen sind weit mehr als vermeintlich neutrale Instrumente. Der Prozess, den eine Karte in der Entstehung durchgelaufen werden muss, nimmt direkten Einfluss auf mögliche zukünftige Planungsansätze. Die Karte strahlt durch die Evidenz ihrer grafischen Darstellung und ihre einfache Überschaubarkeit Objektivität aus. Sie ist aber einerseits Ergebnis von den Fertigkeiten, bewussten oder unbewussten Absichten und Entscheidungen des Kartenherstellers und andererseits der subjektiven Interpretation des Kartennutzers oder -Rezipienten unterworfen. Karten sind subjektive Interpretationen der komplexen städtischen Realität.

Denis Cosgrove meint, die -Unfähigkeit der wissenschaftlichen Kartografie, die heutige Stadt zu erfassen, eröffnet der urbanen Kartierung gänzlich neue Möglichkeiten [...] [Diese wurden] für eine Vielzahl von konzeptuellen, politischen und rein spielerischen Projekten nutzbar gemacht, die den Beziehungen zwischen Stadtraum, Stadtleben und Kartierungen neues Leben einhauchten-. So können die Standorte von Fahrrädern im Stadtraum oder die Kartierung von Satellitenschüsseln ganz andere Strukturen sichtbar machen, als der übliche Dreiklang von Nutzungs-, Freiraum- und Verkehrskarte zu zeigen vermag. Karten schaffen, wenn sie in einem Atlas angesammelt werden, ein eigenständige aber verzerrte Welt, der Atlas als Objekt löst sich teilweise von dem dargestellten Raum. In unserem Projekt werden wir versuchen ein subjektives Spiegelbild der Stadt Kassel zu produzieren und dies zu publizieren. Das Projekt wird mit einem Doppel-Seminar ergänzt. Einerseits werden Grundlagen der Kartographie vermittelt und eine Reihe von Beispielen kritisch diskutiert. Andererseits wird ein Workshop mit Dorothee Wettstein und Hansjakob Fehr vom Büro 1Kilo (Schweiz) in Lauf des Semesters durchgeführt.

FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2013/14 Architektur Architecte D.P.L.G. Lannuzel Tristan.