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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Aus etwas nichts machen

Das gängige Prinzip -Aus Nichts Etwas machen” wird in diesem Projekt umgekehrt. Auch hier ist Improvisationsvermögen gefragt, das Anliegen ist ein anderes. ‘AUS ETWAS NICHTS MACHEN’ erscheint auf den ersten Blick simpel, offenbar geht es darum, etwas Vorhandenes verschwinden zu...

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Das gängige Prinzip -Aus Nichts Etwas machen” wird in diesem Projekt umgekehrt. Auch hier ist Improvisationsvermögen gefragt, das Anliegen ist ein anderes. ‘AUS ETWAS NICHTS MACHEN’ erscheint auf den ersten Blick simpel, offenbar geht es darum, etwas Vorhandenes verschwinden zu lassen. Harry Houdini oder auch David Copperfield, große Illusionisten des 20. Und 21. Jhd. gelten als Meister darin. Zweiterer lässt Menschen, Objekte, ganze Räume verschwinden. Sinn und Zweck des Spektakels ist die erfolgreiche Überlistung der Wahrnehmung, trotz des enormen Aufwandes sind seine multimedialen Inszenierungen sehr beliebt und eine rentable Nische des Showgeschäfts. Bei näherer Betrachtung erweist sich das Thema ‘AUS ETWAS NICHTS MACHEN’ als weitreichender; theoretisch komplex, gesellschaftlich relevant, methodisch vielseitig. Was ist Etwas? Was ist Nichts? Diese Topoi werden nicht nur in der Philosophie seit jeher behandelt. In der Politik sind sie Teil des Tagesgeschäftes und betreffen den Umgang mit Informationen nur z.B. in Bezug auf die Auswahl, Rhetorik und den Zeitpunkt der Veröffentlichung der jeweiligen Information. In der Mathematik eröffnet die Auseinandersetzung mit Zahlenmengen und Rechenoperationen einen anderen großen Möglichkeitsraum in Bezug auf das Etwas und das Nichts, dabei wird selbst das negative Spektrum implementiert. -1 x -1 = 1 Ist etwas Negatives denn weniger als Nichts und ist das Nichts Etwas? Im Rahmen der Nachhaltigkeitswissenschaften stellt der Ansatz ‘AUS ETWAS NICHTS MACHEN’ allein schon in Bezug auf den Umgang mit Plastikmüll und atomaren Altlasten eine große Herausforderung dar. In der Architektur und der Stadplanung wiederum ist das Thema ständig relevant, wenn z.B. technische Kreisläufe unsichtbar wie auch unhörbar unter der Erde oder im Inneren von Gebäuden verbaut werden sollen. Im Projekt werden in kleinen Gruppen konkrete Phänomene im öffentlichen Außen- und Innenraum analysiert, bei denen aus etwas Nichts gemacht wurde oder der Ansatz missglückt scheint. Verknüpft werden diese Analysen mit einer grundlegenden Recherche zu den verschiedenen Techniken des Verschwindens, Maskierens, Verdeckens, Versteckens, Auslöschens und der Ablenkung in diversen Disziplinen und Anwendungsgebieten. In experimentellen Setups (skulptural, als Intervention, visuell, auditiv oder als Text) starten die Gruppen schließlich den Versuch, ausgewählte Techniken davon anzuwenden – mit dem Ziel, ein Positiv-Beispiel des Verschwindens zu kreieren. Projekt für Master und Bachelor, FG Bildende Kunst / Forschungsplattform BauKunstErfinden, Prof. Heike Klussmann, Anke Eckardt Dienstags 14-18h / Erstes Treffen: 21. Oktober, 14.00h, Atelier K10 www.uni-kassel.de/fb06 www.baukunsterfinden.org FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2014/15 Architektur Univ.-Prof. Klussmann Heike