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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Diskursinstrumente der Zerrüttung

Modulzuordnung: 08 Diese Veranstaltung ist ein Student. Projekt und wird geleitet von: Gerhard Zarbock Betreuer: Schmied-Kowarzik/Eidam Können uns die Zenonschen Paradoxien noch erschüttern? Dürfen die Kantischen Aporien als Musterbeispiele für Zerrüttung gelten? Wohin führt uns Hegels Weg der Verzweiflung? Wir...

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Modulzuordnung: 08 Diese Veranstaltung ist ein Student. Projekt und wird geleitet von: Gerhard Zarbock Betreuer: Schmied-Kowarzik/Eidam Können uns die Zenonschen Paradoxien noch erschüttern? Dürfen die Kantischen Aporien als Musterbeispiele für Zerrüttung gelten? Wohin führt uns Hegels Weg der Verzweiflung? Wir wollen uns in diesem, in Form einer philosophischen bricolage angelegten Seminar einen gut sortierten Werkzeugkasten erstellen: mit Figuren der Zerrüttung, Theoremen der Erschütterung, Instrumenten der Desillu-sionierung. Dem Gespenst der Beliebigkeit wollen wir nicht ausweichen, uns dabei aber intensiv der Arbeit des Begriffs versichern. Wir werden geeignete Textabschnitte von Nietzsche lesen und uns den Zäsuren, Paradoxien, Abgründen zuwenden, die unter den Termini Postmoderne, Poststrukturalismus und Dekonstruktion die Über-windung der Metaphysik anstreben (Textfragmente von Lyotard, Deleuze und Foucault). Weiterhin wollen wir Der-ridas différance nachgehen, seiner Kritik am Ursprungs- und Identitätsdenken, am Euro-, Logo- und Phono-zentrismus. Wir wollen mit ihm das Spiel der Differenzen spielen und die Hegemonie des transzendentalen Signi-fikats in Frage stellen. Wir wollen uns außerdem mit Foucault dem Zusammenhang von Macht und Wissen in seinen Relationen und Asymmetrien diskursiv nähern. Die Frage nach der Ironie in der Philosophie wollen wir ex-emplarisch und punktuell anhand eines Textes von Baudrillard untersuchen (Die fatalen Strategien).Schließlich wollen wir uns der strukturalen Konstruktion des Objekts=x, des leeren Feldes widmen und dazu ei-nen Textabschnitt lesen, der möglicherweise unseren Verständnishorizont überschreitet (Guattari/Deleuze: Tau-send Plateaus). In diesem Kontext wollen wir der Frage nachgehen, wie sich das Gefügte aus dem Un-fug gene-riert, der Sinn aus dem Un-Sinn und das Wissen aus dem Nicht-Wissen. Wenn noch Zeit bleibt, wollen wir anhand eines Videos (Der Lauf der Dinge von Fischli & Weiss) überprüfen, wie und woran sich das eigene philosophische Denken entzünden kann. Ein Reader mit Kopien der relevanten Literatur wird rechtzeitig zu Semesterbeginn im Semesterapparat des FB 1 stehen und zusätzlich als Kopiervorlage im Copy-Shop des WISO-Pools bereit liegen. FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel SS2006 Philosophie HF Philosophie HF