Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Schillers ästhetische Erziehung des Menschen
Modulzuordnung: KW: X Hat die Kunst Einfluss auf unsere Moralvorstellungen? Kann sie gar eine erzieherische Funktion übernehmen? Welchen Anteil hat Kunst bei der Bildung einer -Totalität des Charakters-? Und: In welchem Verhältnis steht Kunst zum Wesen des Staates? Wo sind...
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Hat die Kunst Einfluss auf unsere Moralvorstellungen? Kann sie gar eine erzieherische Funktion übernehmen? Welchen Anteil hat Kunst bei der Bildung einer -Totalität des Charakters-? Und: In welchem Verhältnis steht Kunst zum Wesen des Staates? Wo sind die Überschneidungen, Parallelen, Ähnlichkeiten zwischen dem Bereich der Kunst und den Grundsätzen gesellschaftlichen Zusammenlebens? Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert beschäftigte sich Friedrich Schiller mit diesen immer noch aktuellen Fragen. -Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen- erschien 1794, zunächst in loser Folge in den -Horen- abgedruckt. Unter dem Eindruck enormer gesellschaftlicher Umwälzungsprozesse durch die Französische Revolution bemerkte Schiller, dass ein noch nicht durch die Vernunft aufgeklärter -Naturstaat- sich nicht umstandslos in einen -Vernunftstaat- umwandeln läßt. Ein ausschließlich auf Vernunftgesetzen beruhender Staat allerdings entfremdet sich von seinen Bürgern, weil er den Bereich des Gefühls ausblendet. Nur wenn Gefühl und Verstand im Gleichgewicht sind, lässt sich ein Staat der Freiheit aufbauen. -Und hier ist es, gnädigster Prinz, wo die Kunst und der Geschmack ihre bildende Hand an den Menschen legen, und ihren veredelnden Einfluß beweisen. Die Künste des Schönen und Erhabenen beleben, üben und verfeinern das Empfindungsvermögen, sie erheben den Geist von den groben Vergnügungen des Stoffes zum reinen Wohlgefallen an bloßen Formen, und gewöhnen ihn, auch in seine Genüsse Selbstthätigkeit zu mischen.-Auf der Suche nach einem dritten Weg zwischen -Natur- und -Vernunftstaat- besinnt sich Schiller auf die schöne Kunst...Im Zentrum unseres Seminars wird die Lektüre von Schillers -Briefen- stehen. Durch Passagen aus anderen Schillertexten werden sie ergänzt. Weil Schillers Kunsttheorie das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit seinem großem Lehrer Kant ist, wird es einen Ausflug in die -Kritik der Urteilskraft- geben. Darüber hinaus ist ein kreativer Umgang mit unserem Seminarthema (Performances u.ä.) erwünscht. Die Bereitschaft zur Gestaltung einer Sitzung setze ich voraus.Textgrundlage:Friedrich Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen (z.B. von Reclam)Zur Einführung empfohlen:Peter André Alt: Friedrich Schiller, München 2004 (C.H. Beck Wissen)
FB 01 Institut für Philosophie
Uni Kassel
SS 2009
Philosophie HF
Kernstudium
Kässens Nils Arne