Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt E 03 Gesundheitssensibler Städtebau im Ruhrgebiet
Stadtplanung, Städtebau und Gesundheit sind seit jeher eng miteinander verbunden; darin liegt der Ursprung des stadtplanerischen Berufsstandes. Während es historisch in der Stadthygiene primär um die Verbesserung sanitärer Bedingungen mit dem Ziel der Verminderung von Infektionskrankheiten ging, wird in der...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenStadtplanung, Städtebau und Gesundheit sind seit jeher eng miteinander verbunden; darin liegt der Ursprung des stadtplanerischen Berufsstandes. Während es historisch in der Stadthygiene primär um die Verbesserung sanitärer Bedingungen mit dem Ziel der Verminderung von Infektionskrankheiten ging, wird in der aktuellen Diskussion immer wichtiger, welchen Einfluss bauliche Strukturen und städtebauliche Gestaltung auf das Wohlbefinden und die Gesundheit haben. Auf lokaler Ebene stellen die Einflüsse in Form der Gestaltung und Verfügbarkeit von privaten und öffentlichen Räumen, Flächen und Verkehrsverbindungen, der Zuordnung von Nutzungen zueinander, der Planung von Verkehrsstrukturen sowie der wahrgenommenen und tatsächlichen Sicherheit in bestimmten Gebieten dar. Weitere, exemplarische gesundheitsbeeinflussende Faktoren sind die Einwohner- und Kfz-dichte, die Verfügbarkeit, Lage und Gestaltung von sowie Zugang zu Freiräumen, das städtebauliche Erscheinungsbild im Quartier, Größe und Durchmischung von Gebäuden und deren Nutzung etc. So wird bspw. eine in den letzten Jahrzehnten beobachtete kontinuierliche Zunahme von Adipositas zunehmend mit der gebauten Umwelt in Zusammenhang gebracht.
Ziel dieses Master-Entwurfs ist es nun, für einen rechtskräftigen, aber nicht umgesetzten Bebauungsplan, bestehende Realisierungsmöglichkeiten zu analysieren und alternative Entwurfs- und Festsetzungsmöglichkeiten zur Implementation eines gesundheitssensiblen Städtebaus zu erarbeiten. Dazu ist es zunächst notwendig, sich mit den Hintergrundinformationen für einen gesundheitsförderlichen Städtebau auseinanderzusetzen und räumlich-konzeptionelle Vorstellungen für die mögliche Umsetzung von bauleitplanerischen Festsetzungen zu entwickeln, um damit vorhandene Planungen bewerten und verändern zu können.
Aus der Basis der eigenen Bewertung sollen die Studierenden in einem zweiten Schritt in einer Gruppe von 4-5 Personen entwurfsbezogene Detaillösungen und Festsetzungsvarianten entwickeln. Dabei sollen Stadt-, Grün- und Freiräume, Wohn- und Mobilitätsstrukturen in einer umfassenden gesundheitsfördernden Weise zusammen gedacht und bearbeitet werden. Der bislang unveröffentlichte Leitfaden Gesunde Stadt des Landeszentrum Gesundheit NRW unter der Mitarbeit von Stadt- und Raumplanerinnen des Fachgebietes SRP enthält umfassende Hinweise, Angaben und Quellen zur Wechselwirkungen von gebauter Umwelt und Gesundheit und wird den Studierenden im Rahmen des Entwurfs zur Verfügung gestellt.
Der Schwerpunkt liegt auf der räumlich-konzeptionellen Planung, die in verschiedenen Maßstabsebenen vertieft werden kann. Kern der Lehrveranstaltung ist eine praxisbezogene Entwurfsaufgabe, die mit dem Schwerpunkt einer gesundheitssensiblen Stadtentwicklung eine hochaktuelle Fragestellung aufgreift.
Raumplanung
M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2015
Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung
Dr.
Rüdiger Andrea