Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Ein Konzertsaal für das Staatsorchester Braunschweig
Problem: Das Staatsorchester Braunschweig als eines der ältesten Kulturorchester der Welt verfügt über verschiedene Spielstätten in Braunschweig, nicht aber über einen modernen, akustisch und räumlich variablen und vor allem imagebildenden Konzertsaal. Neben dem Opernbetrieb im historischen Braunschweiger Opernhaus findet der...
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Das Staatsorchester Braunschweig als eines der ältesten Kulturorchester der Welt verfügt über verschiedene Spielstätten in Braunschweig, nicht aber über einen modernen, akustisch und räumlich variablen und vor allem imagebildenden Konzertsaal.
Neben dem Opernbetrieb im historischen Braunschweiger Opernhaus findet der Konzertbetrieb im bis zu 2400 Zuhörer fassenden Allzwecksaal der Braunschweiger Stadthalle, einem Bauwerk der 60er Jahre, statt. Der Saal sowie die angebundenen öffentlichen Räume leiden unter den für diese Typologie charakteristischen Mängeln, die mit dem Wunsch der Nutzungsoffenheit einhergehen: Nicht nur die technischen und räumlichen Möglichkeiten für Aufführungen sind unspezifisch, auch der Konzertbesuch selbst kann nur schwer die atmosphärische Dichte eines außergewöhnlichen kulturellen Erlebnisses entwickeln.
Exkurs:
Deutschland verfügt über das weltweit dichteste Netz von staatlich finanzierten Orchestern. Diese Dichte stellt einerseits ein gewaltiges kulturelles Potential dar, bedeutet unter dem Tenor finanzieller Einsparungen aber auch einen verschärften Wettbewerbsdruck.
Um den eigenen Bestand nachhaltig zu sichern, müssen die Orchester den schwierigen Spagat zwischen Publikumsbindung und kulturellem Auftrag meistern. Ein Spagat zwischen populärer Unterhaltungskultur mit Schlagern der Klassik und Romantik auf der einen und dem Vermittlungsauftrag elitärer neuer und neuester ernster Musik und anspruchsvoller Inszenierungen auf der anderen Seite. Meist eine schwierige Entscheidung zwischen vollen und leeren Häusern.
Es sei denn, das gesamte kulturelle Konzept eines Orchesters, also zum großen Teil auch der Ort der Aufführung selbst, bietet ein einmaliges und umfassendes Kulturerlebnis. Man denke dabei nur an das breite öffentliche Interesse an zeitgenössischer Bildender Kunst und den in diesem Zusammenhang entstandenen neuen Bauwerke.
Task:
Ziel des Projektes ist der konzeptionelle Entwurf architektonischer Implantate und Additionen in und an der bestehenden räumlichen Struktur der Stadthalle Braunschweig. Die Interventionen sollen sich nicht ausschließlich auf den Konzertsaal beschränken, sondern über die Verkehrs- und Aufenthaltsräume bis in den Stadtraum greifen. Die Konversion des bestehenden Gefüges ist durch minimalisierte Eingriffe ebenso wie durch tief greifende Umformungen denkbar.
Prozess:
Die Betreuung erfolgt für die Dauer des gesamten Semesters sowohl auf der Ebene des konzeptionellen Entwerfens (Dipl.-Ing. Alexander Thomass) als auch auf kunstästhetischer und funktionstechnischer Ebene durch den Direktor des Staatsorchesters Braunschweig (Martin Weller).
Die Leitungen des Staatstheaters sowie der Stadthalle Braunschweig unterstützen und fördern das Projekt und werden den Teilnehmern einen eindringlichen Einblick in die Abläufe des Konzertbetriebes sowie die Möglichkeit eines öffentlichen Podiums für die Entwurfsarbeiten bieten können.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SS2006
Dipl.-Ing.
Thomass Alexander