Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Entwurfsprojekt Master
Spielplätze prägen das Bild unserer Städte mit. Konventionelle Spielplätze sind ein gutes Beispiel dafür, wie eindimensional das Thema Spielen häufig verstanden wird. Im besten Fall morgens und am Nachmittag noch intensiv besucht, transformieren sie oft zu -Nicht-Orten- nachdem die letzten...
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Jetzt Lernplan erstellenSpielplätze prägen das Bild unserer Städte mit. Konventionelle Spielplätze sind ein gutes Beispiel dafür, wie eindimensional das Thema Spielen häufig verstanden wird. Im besten Fall morgens und am Nachmittag noch intensiv besucht, transformieren sie oft zu -Nicht-Orten- nachdem die letzten kleinen Besucher sie verlassen haben. Diese Sandkasten-Schaukel-Kletterturm-Orte demonstrieren eindrucksvoll, dass das Spielen offenbar auf ein kindliches Bedürfnis reduziert wird und an dem gestalterisch-räumliche Aspekte unbeachtet bleiben.
Spiel verwechseln wir häufig mit trivialen Tätigkeiten, die uns helfen sollen, unsere Freizeit -sinnvoll- zu füllen. Spiel ist nicht Sport treiben – und so führt auch die -Erfindung- von Senioren-Spielplätzen letztlich in die Irre.
Nach Johan Huizinga ist Spielen -eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.-
Spielen wird durch unterschiedliche Faktoren definiert: Raum und Bewegung, Ruhe und Geselligkeit, letztendlich auch die Möglichkeit Risiko, Kampf und Rivalität -gefahrlos- erfahren und austragen zu können.
Im Projekt werden wir untersuchen, wie der moderne Mensch mit seiner Freizeit umgeht, wie sich seine Lebens- und Arbeitswelt auf die ihm zur Verfügung stehende Freizeit auswirkt und was daraus für die Gestaltung von Spiel- und Erholungsräumen resultiert.
Mit einem räumlich-gestalterischen Entwurf für einen potenziellen Spielort an der Schnittstelle zwischen Stadtlandschaft und Architektur werden wir ausloten inwieweit man für völlig unterschiedliche Altersgruppen an ein und demselben Ort ein attraktives Spiel- und Freizeitangebot anbieten kann. Ziel ist ein kraftvoller, atmosphärischer Ort, der nicht nur an bestimmten Tageszeiten genutzt, sondern durchgehend als ein Anziehungspunkt für alle Generationen und Zielgruppen in der Stadt dienen kann.
Aufbauend auf den letztsemestrigen Erfahrungen mit dem Medium Foto bzw. Video in der Landschaftsarchitektur, werden vertieft Modellbau, 3D-Visualisierungen und 3D-Animationen in den Entwurfsprozess eingebunden.
Das Projekt richtet sich an MA-Studierende der Vertiefungsrichtung Landschaftsarchitektur/ Freiraumplanung mit einschlägiger Entwurfserfahrung und ist nicht für -Entwurfseinsteiger- geeignet. Für die erfolgreiche Teilnahme am Projekt ist die kontinuierliche, gemeinsame Arbeit im Studio Voraussetzung.
Leistungsnachweis: Erarbeitung und termingerechte Abgaben zu Zwischenpräsentationen, Präsentation des Projektergebnisses beim Projektrundgang, zeichnerische und schriftliche Ausarbeitung (Abgabe des Readers bis zur BA-MA-Prüfungswoche).
Workload:
12 cp, 8 SWS; 360 Std. workload gesamt, davon 270 Std. in der VL-Zeit/ 90 Std. in der VL-freien Zeit (Erarbeitung des Projektreaders)
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Architektur
Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Röntz Ariane