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Uni-Dortmund
14. März 2017

Projekt F 01 Strategische Raumentwicklung in Europa

Thema Dieses Projekt widmet sich einem Vergleich der Metropolräume Ruhrgebiet und Lyon. Die sehr unterschiedlichen Räume stehen aktuell beide – aus jeweils sehr unterschiedlichen Gründen – vor der Herausforderung, ihre räumliche Entwicklungsstrategie weiterentwickeln zu müssen. Lyon war in den letzten...

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Thema Dieses Projekt widmet sich einem Vergleich der Metropolräume Ruhrgebiet und Lyon. Die sehr unterschiedlichen Räume stehen aktuell beide – aus jeweils sehr unterschiedlichen Gründen – vor der Herausforderung, ihre räumliche Entwicklungsstrategie weiterentwickeln zu müssen. Lyon war in den letzten Jahrzehnten in der Lage, sich erfolgreich von einer Industriestadt mit Strukturproblemen zu einem Entwicklungsmotor für Südfrankreich mit hoher Lebensqualität zu entwickeln, abseits der Unannehmlichkeiten in Paris. Nach einer ersten Gebietsreform, welche das -Grand Lyon- hervorbrachte – bekannt unter anderem durch sehr erfolgreiche Aufwertungsmaßnahmen des öffentlichen Raums – ist im Zuge der Dezentralisierungsbemühungen des Nationalstaats die Erweiterung zur -Métropole de Lyon- beschlossen worden – ein im französischen Staatsgefüge bisher ungekanntes Schwergewicht neben Paris, ausgestattet mit einer Fülle raumwirksamer Kompetenzen. Das Ruhrgebiet wirkt im Vergleich zu den Entwicklungssprüngen der französischen Metropole behäbig, beinahe statisch. Eine unüberschaubare Vielzahl von Akteuren, Strukturen und Gruppierungen steht sich teilweise mehr im Wege, als dass sie Schubkraft erzeugt. Es stellt sich aktuell die Frage, welchen nachhaltigen Segen die Umdeutungsversuche im Rahmen von IBA und Kulturhauptstadt gebracht haben und wie die zukünftige Positionierung aussehen soll. Wie können neue Kräfte mobilisiert werden, um die immer noch immensen Herausforderungen des Strukturwandels zu bewältigen? Und welchen Weg, welche Ziele soll das Ruhrgebiet langfristig anpeilen? Vorgehensweise Im Rahmen des Projekts soll herausgefunden werden, wie die zukünftige strategische Positionierung der beiden Räume aussehen kann und aussehen sollte. Gleichzeitig wird großes Augenmerk darauf zu legen sein, wo die kleinen, feinen Unterschiede in den Planungsstilen liegen - bei der Herangehensweise an die Problematik der Strategiebildung. Hierzu werden wir uns im Laufe des kommenden Jahres mit zwei großen Theoriesträngen in der Planung auseinander setzen: Mit strategischer Entwicklungssteuerung zum einen, zum anderen mit einem Vergleich der Planungssysteme und –stile zwischen Deutschland und Frankreich. Aufbauend auf dieses Wissen werden wir uns intensiv mit der lokalen Planungspraxis in den beiden Räumen beschäftigen. Schritt für Schritt werden wir Wissensfragmente sammeln, bis wir in der Lage sind, ein Bild davon zu zeichnen, wie die Räume ticken. Was ist ähnlich? Was funktioniert ganz anders? Wer sind die wichtigen Akteure? Wie wird untereinander kommuniziert und koordiniert? Und in welche Richtung werden bzw. sollten sich die Räume in Zukunft entwickeln? Organisatorisches Die Projekt-Sprache ist Deutsch. Durch das Thema sind aber zweierlei Einschränkungen gegeben: (1) Die Literatur wird in großen Teilen auch auf Englisch zu bewältigen sein. Zusätzlich wird es nötig sein, sich mit französischen Primärquellen zu beschäftigen. Es ist deswegen keine Voraussetzung, aber hilfreich, Französischkenntnisse mitzubringen. Empfehenswert ist der begleitende Besuch eines Französischkurses - alleine schon um die Chance zu nutzen, eine wichtige europäische Fremdsprache in einem realen Planungskontext zu erlernen und einzusetzen. (2) Exposé, Zwischenbericht und Endbericht können auf Deutsch verfasst werden. Es wird zusätzlich aber ein englischsprachiges Paper im Umfang von 10 bis 15 Seiten als Endprodukt zu erstellen sein, welches die wichtigsten Eckpunkte zu Thema, Methodik und Ergebnissen kompakt aufarbeitet. Das Projekt beinhaltet eine Exkursion von 7-10 Tagen nach Lyon und Umgebung, wodurch Kosten anfallen. Diese werden schätzungsweise zwischen 300 und 600€ liegen. Zeitraum wird Ende der Semesterferien, also März/April 2014, sein. Teil der Phase der Exposé-Erstellung wird allerdings sein, sich intensiv um Fördergelder öffentlicher Träger und möglicher Interessenten zu bemühen. Erfahrungen haben gezeigt, dass dies durchaus realistisch ist. Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung (BBSR) (2010): Metropolräume in Europa. Kurzfassung einer neuen Studie des BBSR. In: BBSR-Berichte Kompakt (4/2010). Commission of the European Communities (CEC) (1997): The EU compendium of spatial planning systems and policies. Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities (Regional development studies, 28). Dühr, Stefanie; Colomb, Claire; Nadin, Vincent (2010): European spatial planning and territorial cooperation. London, New York: Routledge. Flyvbjerg, Bent (2006): Five Misunderstandings About Case-Study Research. In: Qualitative Inquiry 12 (2), S. 219–245. Healey, Patsy (2007): Urban complexity and spatial strategies. Towards a relational planning for our times. London, New York: Routledge (The RTPI library series). Knieling, Jörg; Othengrafen, Frank (2009): Planning cultures in Europe. Decoding cultural phenomena in urban and regional planning. Farnham, England, Burlington, VT: Ashgate Pub. Company (Urban and regional planning and development series). Nadin, Vincent; Stead, Dominic (2012): Opening up the Compendium: An Evaluation of International Comparative Planning Research Methodologies. In: European Planning Studies. Othengrafen, Frank (2012): Uncovering the unconscious dimensions of planning. Using culture as a tool to analyse spatial planning practices. Farnham, Surrey, England, Burlington, Vt: Ashgate Pub. Company. Salet, W. G. M; Faludi, Andreas (2000): The revival of strategic spatial planning. [proceedings of the colloquium, Amsterdam, 25-26 February 1999]. Amsterdam: Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences (Verhandelingen, Afd. Letterkunde / Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, 181). Wiechmann, Thorsten (2008): Planung und Adaption. Strategieentwicklung in Regionen, Organisationen und Netzwerken. Dortmund: Rohn. Zimmermann, Karsten (2012): Metropolitan Governance in Deutschland. Regieren in Ballungsräumen und neue Formen politischer Steuerung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Bachelor Raumplanung (2012) B.Sc. RP (2007): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse) B.Sc. RP (2012): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse) Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 2 Studienleistungen (unbenotet) Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes Technische Universität Dortmund WiSe 2013/14 Bachelor Raumplanung (2007) Dipl.-Ing. Putlitz Andreas