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Uni-München
14. März 2017

Seminar und Lektürekurs Woher kommt Moral

Thema Woher kommt sie, die Moral: Aus der Biologie des Menschen? Aus Interaktion? Von Autoritäten? Aus unseren Emotionen oder aus rationalen Erwägungen oder aus beidem? Aus den Umständen ihrer Zeit? Von Männern? Derartige Fragen und mögliche Antworten sind Thema des...

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Thema Woher kommt sie, die Moral: Aus der Biologie des Menschen? Aus Interaktion? Von Autoritäten? Aus unseren Emotionen oder aus rationalen Erwägungen oder aus beidem? Aus den Umständen ihrer Zeit? Von Männern? Derartige Fragen und mögliche Antworten sind Thema des Seminares. Es geht also um deskriptive Ethik, in der faktisch vorkommende Moralen (seien sie praktiziert, seien sie gelehrt) und ihre Zusammenhänge erklärt werden. Die beiden anderen Aspekte von Ethik, also die normative Ethik (Begründung einer bestimmten Moral) und die Metaethik (Analyse und Begründung der Voraussetzungen, die deskriptive und normative Ethik machen) sollen in späteren Semestern besprochen werden. Ziele und Methoden Das inhaltliche Ziel ist, dass die SeminarteilnehmerInnen am Ende des Seminares in der Lage sind, auf die Frage -woher kommt Moral?-, verschiedenartige Antworten vorzuschlagen. Desweiteren sollte klar werden, welchen Nutzen deskriptive Ansätze der (zumeist) anderen wissenschaftlichen Disziplinen für die Philosophie haben können – und welche nicht. Das methodische Ziel ist, dass die SeminarteilnehmerInnen in der Lage sind, Aufsätze oder kurze Textpassagen in Hinblick auf Thesen und Argumentation genau zu analysieren. Ein persönliches Ziel sollte sein, dass sich jede und jeder traut, Kritik an den Äußerungen anderer SeminarteilnehmerInnen (einschließlich des Seminarleiters!) zu üben – und das in einer Form anständigen und wissenschaftlich seriösen Feedbacks. Was -anständig- und -wissenschaftlich seriös- sein könnte, soll im Seminar gemeinsam erarbeitet werden. Texte Welche Texte wir uns in den Sitzungen genauer ansehen, soll am Beginn des Seminares abgesprochen werden. Hierbei sind Vorschläge der SeminarteilnehmerInnen willkommen. Zur Orientierung einige Namen (mit vagen Hinweisen zur Einsortierung): Niklas Luhmann oder Émile Durkheim (soziologische Theorien), von Jörg Bergmann und Thomas Luckmann koordinierte, empirische Forschungen zur Alltagsmoral (empirische Soziologie), Lawrence Kohlberg oder Jonathan Haidt (Psychologie) oder Carol Gilligan (Psychologie, Feminismus), Jan Verplaetse (biologische Aspekte), Karl Marx oder Friedrich Nietzsche (klassische Ideologiekritik der Moral), Gert Pickel (Religionswissenschaft). Lektüre-Empfehlungen Die Kenntnis der im Folgenden empfohlenen Texte ist keine Teilnahmevoraussetzung für das Seminar. Es sind nur meine persönlichen Ratschläge für diejenigen (Anfänger), die sich vor Semesterbeginn ein paar Tage vorbereiten wollen. Zur Ethik: • Zum heute gängigen Ordnungsschema philosophischer Ethik (deskriptive und normative Ethik sowie Metaethik) gibt es einen kurzen, instruktiven Aufsatz von Nico Scarano in: Marcus Düwell u. a. (Hg.): Handbuch Ethik. Stuttgart und Weimar (Metzler) 2002. S. 25-35. Ähnlich strukturiert, aber etwas ausführlicher ist Detlef Horsters Einführung zum von ihm selbst herausgegeben Sammelband: Texte zur Ethik. Stuttgart (Reclam) 2012. S. 11-72. • Wer darüber hinaus Beispiele aus der Philosophiegeschichte erläutert haben möchte (Aristoteles, Kant, Kohlberg, Luhmann, Mill, Smith u. a.), dem empfehle ich: Dietmar Hübner: Einführung in die philosophische Ethik. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2014. Zur philosophischen Technik: • Über präzises philosophisches Argumentieren kann man sich informieren bei: Holm Tetens: Philosophisches Argumentieren. Eine Einführung. München (Beck) 2006 (2. durchgesehene Auflage). Anfänger in der Philosophie sollten sich von der in diesem Buch berücksichtigten, gut verständlich erklärten Logik nicht abschrecken lassen: Man kann das überfliegen, sollte aber bedenken, dass Kenntnisse im logisch formalisierten Argumentieren eine Voraussetzung für das Verständnis einer wichtigen Schule modernen Philosophierens ist, nämlich der analytischen Philosophie. • Eine Alternative zu Tetens bietet Jay F. Rosenberg: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger. Frankfurt am Main (Klostermann) 2009. Dieses mittlerweile mehrfach aufgelegte Werk schlägt einen recht praxisnahen Weg ein, indem mit Blick auf universitäre Anforderungen erklärt wird, wie man philosophische Texte lesen und selber erstellen kann. Leistungsnachweis • BA-Haupt- und Nebenfach Philosophie: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden • nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 5 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird: Referat ODER Protokoll ODER Essay; je nach Vorgabe der/s Dozierenden Anmeldung Muss zwischen dem 29.03. und dem 04.04.2016 über das LSF-System priorisiert belegt werden. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Reader SoSe 2016 Stiegler.pdf Seminar-Reader Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft • BA-Haupt- und Nebenfach Philosophie: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden • nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 5 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird: Referat ODER Protokoll ODER Essay; je nach Vorgabe der/s Dozierenden Anmeldung Muss zwischen dem 29.03. und dem 04.04.2016 über das LSF-System priorisiert belegt werden. LMU München SoSe 2016 Stiegler Michael