Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt F 08 Wohnen mit Demenz 8211 Konzepte kleinteiliger Unterstützungsmodelle
Nach aktuellen Schätzungen leben heute rund 1,3 Mio. Menschen mit Demenz in Deutschland, bis 2050 ist eine Verdoppelung zu erwarten. Die Mehrheit der Menschen mit Demenz wird in Europa immer noch zu Hause von Familienmitgliedern (insbesondere von Töchtern bzw. Schwiegertöchtern)...
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Jetzt Lernplan erstellenNach aktuellen Schätzungen leben heute rund 1,3 Mio. Menschen mit Demenz in Deutschland, bis 2050 ist eine Verdoppelung zu erwarten. Die Mehrheit der Menschen mit Demenz wird in Europa immer noch zu Hause von Familienmitgliedern (insbesondere von Töchtern bzw. Schwiegertöchtern) betreut. Doch wie stehen die Chancen zukünftiger Altengenerationen, sich zu Hause pflegen zu lassen? Innerhalb der nächsten 15 Jahre verschlechtert sich das Verhältnis von pflegebedürftigen Menschen zu potenziellen Betreuungspersonen deutlich. Am ungünstigsten ist es – so der Demenzreport 2011 - dann in alten Industrieregionen wie etwa Wilhelmshafen und dem Ruhrgebiet sowie dem Osten Deutschlands.
Die Versorgung von Demenzkranken ist vor diesem Hintergrund als eine gesellschaftliche Herausforderung zu sehen. Schon heute mangelt es an qualifizierten Pflegekräften. Feststellbar ist eine Pflegemigration: Frauen aus Ost- und Mitteleuropa kommen als Pflegerinnen nach Deutschland, in Schwellen- und Entwicklungsländern, insbesondere den Philippinen, werden gezielt Pflegerinnen angeworben.
Für den Bereich der altersgerechten Stadtentwicklung bedeutet dies, neue Ansätze und umfassende Konzepte zu entwickeln. Das F-Projekt wird sich hier insbesondere auf die Handlungsfelder Wohnen und Unterstützung/soziale Integration konzentrieren.
Menschen mit Demenz können ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen, wenn ihre Umgebung darauf eingestellt ist. Dazu gehört, dass nicht nur einzelne Wohnungen alten- und demenzgerecht gestaltet sein sollten, sondern dass sich Quartiersplanung und Städtebau vermehrt auf die Bedürfnisse dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe einstellt. Neben Pflegeeinrichtungen und Heimen existieren bereits eine Reihe von alternativen Wohnformen, z. B. Pflegewohngruppen, Demenz-WGs und Kleinstheime. Ein Blick ins Ausland erweitert dieses Spektrum, so befindet sich in Hogewey (Niederlande) ein Pflegezentrum für Demenzkranke, das wie ein Dorf mit Versorgungseinrichtungen (Supermarkt, Café, Frisör) organisiert ist und einen selbstbestimmten Alltag der Bewohner/innen ermöglicht. In Thailand hat ein Schweizer das Demenzprojekt Chiang Mai gegründet, dass Demenzkranke aus Deutschland und der Schweiz aufnimmt. Als Vorteile dieses Projektes werden kostengünstige und liebevolle Rund-um-die Uhr-Betreuung propagiert.
Das F-Projekt wird sich in das Themenfeld Wohnen mit Demenz einarbeiten und vorhandene Strukturen, so z. B. Fachstellen für Demenzkranke mit Migrationshintergrund in Gelsenkirchen und Berlin, auf ihre Bedeutung für eine altersgerechte Stadtentwicklung untersuchen. Ein weiterer Schwerpunkt der Projektarbeit soll eine Auseinandersetzung mit Ansätzen im Ausland und deren Übertragbarkeit sein.
In Planung ist eine Exkursion nach Hogewey in der Exkursionswoche im Herbst. Darüber hinaus ist eine weitere Exkursion möglich.
Bickel, H. (2010): Das Wichtigste 1. Die Epidemiologie der Demenz. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (Hg.). Berlin. Internetpublikation: www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/ FactSheet01_10.pdf
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2010): Sechster Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Altersbilder in der Gesellschaft. Berlin.
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (Hrsg.)(2004): PLANUNGSHILFE Demenzbewältigung in der -eigenen Häuslichkeit-. Alltagsgestaltung in ambulant betreuten Wohn- und Hausgemeinschaften. Köln.
Kirchen-Peters, Sabine; Hielscher Volker (2013): Nationale Demenzstrategien – Vorbilder für Deutschland? In: Informationsdienst Altersfragen 40 (2), 2013, S. 18-24.
Kreutzer, Volker; Scholz, Tobias (2011): Altersgerechte Stadtentwicklung Eine aufgaben- und akteursbezogene Untersuchung am Beispiel Bielefeld. Dortmund.
Stormer, Carsten (2011): Dement unter Palmen. In: Die Zeit, 28. Juni 2011.
Sütterlin, Sabine/Hoßmann, Iris/Klingholz, Reiner (2011): Demenz-Report. Hgg. vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Berlin. www.berlin-institut.org.
Bachelor Raumplanung (2007)
B.Sc. RP (2007): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse)
B.Sc. RP (2012): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse)
Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 2 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Schewerda, Anna
Dr.
Szypulski Anja