Uni-Düsseldorf
14. März 2017Kolloquium Forschungskolloquium Zur Aktualität der Ästhetik
Nach all den ‚Wenden’, den textual, performative, visual, acoustic, affective, relational etc. turns scheint es sinnvoll, über das nachzudenken, was diese turns verbindet: Ästhetik. Der Begriff hält die Spannung zwischen einer Theorie der Wahrnehmung und einer Theorie der Kunst, zwischen...
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Jetzt Lernplan erstellenNach all den ‚Wenden’, den textual, performative, visual, acoustic, affective, relational etc. turns scheint es sinnvoll, über das nachzudenken, was diese turns verbindet: Ästhetik. Der Begriff hält die Spannung zwischen einer Theorie der Wahrnehmung und einer Theorie der Kunst, zwischen einem Vermögen der Wahrung von Unbestimmtheit, auf das Begriffe der Freiheit und der Kreativität sich stützen, und einer immer autonomer werdenden Erfassung und Prozessierung verschiedenster Daten, wie sie die ubiquitäre Computerisierung mit sich bringt. Ästhetik, so viel ist klar, folgt binären Begriffspaaren wie Subjekt und Objekt, Materie und Form, Fiktion und Realität schon lange nicht mehr. Andere Gegenüberstellungen waren schon immer fragwürdig, wie die zwischen Kunst und Leben oder Kunst und Politik.
Es kann nicht darum gehen, eine neue Dritte Kritik zu schreiben. Dazu ist Ästhetik ein längst viel zu weit ausdifferenzierter Bereich und sind die Grenzen zur Soziologie, zur Naturwissenschaft, zur Medizin usw. auch viel zu unbestimmt. Keine soziale Gemeinschaft, in der nicht Ästhetik eine Rolle spielte, sei es eine Gemeinschaft zwischen Menschen, sei es eine Gemeinschaft zwischen Menschen und anderen Arten des Lebens, sei es eine Gemeinschaft von Bakterien. Es kann also nicht um eine zusammenhängende Theorie des Ästhetischen gehen, aber doch um einen Versuch, ein Feld zu umreißen. Dabei verfolgen wir auch ein sehr praktisches Interesse: Wir möchten die Möglichkeiten für einen hochschulübergreifenden Düsseldorfer Masterstudiengang Ästhetik (oder Ästhetik und Medien) ausloten. Diesem Interesse folgt auch die Struktur des Kolloquiums: Wir bitten interessierte Kolleginnen und Kollegen zu einem Art Doppelpack. Sie mögen zum einen einen Text zur gemeinsamen Lektüre vorschlagen, an dem sich die -Aktualität der Ästhetik- diskutieren lässt; und sie mögen ihre eigenen Vorstellungen umreißen, gerne auch mit Bezug auf ihre aktuellen Forschungsinteressen. Dabei soll uns zugleich die Frage begleiten, ob und ggf. wie es möglich ist, das in einen Studiengang zu überführen.
Wir treffen uns im kommenden Semester (SoSe 2016) montags von 18:15 bis 19:45 in 23.03.01.63. Ein detailliertes Programm folgt.
Lüdeke, Roger , Univ.-Prof. Dr.
Universität Düsseldorf
SoSe 2016
Univ.-Prof. Dr.
Görling Reinhold