Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Lab
Stadtentwicklung folgt häufig kurz- bis mittelfristigen Herausforderungen und muss unmittelbar drängende Probleme lösen, die einen Bezug zur Raumnutzung und räumlichen Gestaltung haben. Dabei gerät nicht selten der Blick auf die langfristigen Herausforderungen und Perspektiven einer Stadt in den Hintergrund. Zwar...
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Jetzt Lernplan erstellenStadtentwicklung folgt häufig kurz- bis mittelfristigen Herausforderungen und muss unmittelbar drängende Probleme lösen, die einen Bezug zur Raumnutzung und räumlichen Gestaltung haben. Dabei gerät nicht selten der Blick auf die langfristigen Herausforderungen und Perspektiven einer Stadt in den Hintergrund. Zwar finden an vielen Orten Zukunftskonferenzen oder Perspektivwerkstätten statt, die eine längerfristige Ausrichtung der Stadtentwicklung in den Blick zu nehmen versuchen – auch diese werden aber stark von den aktuellen Möglichkeiten eines Ortes bestimmt – in finanzieller, ökonomischer oder auch stadträumlicher Art. Unter intensiver Beteiligung unterschiedlicher Akteure und der Bürger erreichen solche Verfahren teilweise sehr interessante Resultate, doch besteht das Risiko, dass sie, auf eingefahrenen Denkpfaden wandelnd, alternative Zukunftsoptionen übersehen.
Das -Kassel Lab- eröffnet einen Denk- und Debattenraum, der über das unmittelbar Anstehende und über gängige Muster der Stadtentwicklungspraxis hinaus große Zukunftsfragen auf Kassel bezieht. Im Lab sollen visionäre und -disruptive-, also eher gänzlich neue, Antworten auf diese Fragen gefunden werden finden, die in Form von räumlichen Szenarien den Blick in bislang undenkbare oder unberücksichtigte Richtungen öffnen:
Wie lässt sich Kassel als eine Stadt organisieren, die Flüchtlingsströme aus aller Welt friedlich integriert?
Wie sähe Kassel künftig ohne Rüstungsindustrie aus?
Wie sähe Kassel CO2-neutral aus?
Im Ergebnis sollen Entwürfe entstehen, die teilweise spektakulär in ihrer Radikalität sind und wichtige Impulse für eine langfristige Diskusson setzen. Sie zielen nicht unmittelbar auf eine Umsetzung ab – sie sind vielmehr dann als gut und erfolgreich zu bezeichnen, wenn es der von ihnen ausgehenden Provokation gelingt, eine ernsthafte gesellschaftliche Debatte über die von ihnen behandelten Fragen anzustoßen.
Methoden zur Auseinandersetzung mit derartigen Fragen und Herangehensweisen bietet die -prospektive Planung-, die speziell in Frankreich weithin angewendet wird – eine Art räumlicher Zukunftsforschung. Um den Bezug zu dieser Art der Praxis herzustellen, wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit einem 6Cr-Modul durchgeführt, das die Methode der prospektiven Planung tiefergehend beleuchtet. Die Teilnahme an diesem Seminar ist für Projektteilnehmer/innen verpflichtend. Im Juni wird zudem eine konzentrierte Werkstatt stattfinden, in der das Kassel Lab gemeinsam von den Seminar- und den Projektteilnehmern mit externen Gästen als -öffentliches Stadtlabor- arbeitet.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SoSe 2015
Architektur
Stadt- und Regionalplanung
G.-Prof.
Petrin Julian G