Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt M 01 Bestandsentwicklung von Wohnquartieren mit privaten Immobilieneigentümern
Beschreibung Die Stadt Marl (NRW, Kreis Recklinghausen) hat ihren Aufschwung mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert erfahren. Mit einem leistungsfähigen Bergbau und einem führendem Chemiewerk in Europa, das in dem Chemiepark Marl integriert ist, hat die Stadt lebendige Ankerpunkte in...
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Die Stadt Marl (NRW, Kreis Recklinghausen) hat ihren Aufschwung mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert erfahren. Mit einem leistungsfähigen Bergbau und einem führendem Chemiewerk in Europa, das in dem Chemiepark Marl integriert ist, hat die Stadt lebendige Ankerpunkte in der Wirtschaft. Diese werden ergänzt um mittelständische Unternehmen, die zusammen einen innovativen Wirtschaftsstandort bilden. Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung wuchs die Bevölkerung bis auf 92.000 Einwohner (1995) an.
Mit dem Rückgang des Bergbaus, in dem einzelne Bergwerke zu einem Verbundbergwerk zusammen geführt wurden, reduzierte sich die Bevölkerung bis Anfang 2012 auf 87.000 Einwohner. Durch die späte Industrialisierung des Marler Raums war eine sorgfältige Stadtplanung in einem ländlich geprägten Raum möglich. Begrenzt wurde sie durch die Lagerstätten des Steinkohlenbergbaus und den damit verbundenen Anlagen mit den zugehörigen Infrastrukturen Kanal, Eisenbahn etc. Dies führte in der Generalplanung in den 1920er Jahren zu einer speichenförmigen Ausdehnung der Stadt entlang ihrer Verkehrsachsen. Unter dem Einfluss der Gartenstadt-Idee entstanden in diesem System bis in die 1960er Jahre hinein neue Wohnsiedlungen im Stadtgebiet.
Im Stadtteil Marl-Hamm entstanden mit den Bergwerken Auguste Victoria I/II, Auguste Victoria III/IV die Siedlungen Zollverein, Alte-Waldsiedlung und Sickeringsmühle. Mit dem Rückgang des Bergbaus, z. B. Schließung von Auguste Victoria I/II und der sich verändernden Mobilität und dem Kaufverhalten kam es zu Veränderungen in der Stadt Marl und in den Strukturen ihrer Stadtteile. Die Angebote der Nahversorgung, Ärzteschaft, soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden gingen in den vergangenen Jahren immer weiter zurück, begleitet wurde dies durch eine soziale und demographische Entwicklung, die für einzelne Quartiere nicht von Vorteil waren. Gleichwohl wurden die Randbereiche der Siedlungen durch neue Einfamilienhäuser ergänzt. Ein erster Indikator für diese Situation sind die stark unterschiedlichen Bodenwerte im Stadtteil Marl-Hamm. So liegt ein Bodenwert in Sickingsmühle bei 215 €/m², demgegenüber in der südlich davon liegenden Waldsiedlung bei 140 €/m². Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen; wie sie sich verändern wird, hängt auch stark von dem Verhalten der Eigentümer und Mieter ab. Initiativen vor Ort zeigen, dass hier ein Interesse der Bevölkerung besteht, ihre Situation gemeinsam mit Politik und Verwaltung in die Hand zu nehmen.
Literaturhinweise:
- Schulte, K.W. (2008): Immobilienökonomie, Bd. 1., Betriebswirtschaftliche Grundlagen, München, 4.
Auflage
- Hecker, M. (2010): Business Improvement Districts in Deutschland, Berlin.
- Holm, A. (2011): Initiativen für ein Recht auf Stadt. Hamburg 2011.
- Steppeler, Hubert (2006): Immobilen- und Standortgemeinschaften Ein innovativer Ansatz zur Revitalisierung deutscher Innenstädte? Baden Baden.
- Gorgol, A. (2008): Housing Improvement Districts (HIDs): ein neues Instrument für die Quartiersentwicklung? In: Quartiersforschung : zwischen Theorie und Praxis / Olaf Schnur (Hrsg.). Wiesbaden, 2008, S. 277-298.
- Franke, T. (2011): Verstetigung integrierter Quartiersentwicklung in benachteiligten Stadtteilen in Nordrhein-Westfalen, Hrsg. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
- BBSR (2012): Sicherung tragfähiger Strukturen für die Quartiersentwicklung im Programm soziale Stadt, Bonn.
- Drilling/Schnur (2012): Nachhaltige Quartiersentwicklung, Wiesbaden.
Lehrstuhl Immobilienentwicklung
M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.
M.Sc. Raumplanung (2008): Das Modul wird mit zwei unbenoteten Teilleistungen abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Master Raumplanung (2008)
Prof. Dr.
Nadler Michael