Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt M 02 Wohnsituation und Wohnwünsche junger Erwachsener in
In Deutschland vollzieht sich derzeit, ähnlich wie in anderen entwickelten Ländern, eine markante Trendwende in der Raumentwicklung: Die jahrzehntelange Dominanz der Suburbanisierung wird abgelöst durch einen Reurbanisierungsschub. Noch ist nicht abzusehen, ob es sich dabei um eine kurzfristige Welle oder...
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Jetzt Lernplan erstellenIn Deutschland vollzieht sich derzeit, ähnlich wie in anderen entwickelten Ländern, eine markante Trendwende in der Raumentwicklung: Die jahrzehntelange Dominanz der Suburbanisierung wird abgelöst durch einen Reurbanisierungsschub. Noch ist nicht abzusehen, ob es sich dabei um eine kurzfristige Welle oder einen länger anhaltenden Trend handelt, aber die Stärke und Verbreitung dieser -Renaissance des Städtischen- reicht aus, um sowohl die wissenschaftliche Diskussion um Raumentwicklung anzufeuern als auch die Planungsämter der Kommunen zu beschäftigen.
Eine besondere Rolle in diesem Zusammenhang spielen die Wohnstandortentscheidungen junger Familien, die in vielfacher Hinsicht für die Städte eine Zielgruppe planerischer Bemühungen sind. Eine wichtige These im Reurbanisierungsdiskurs ist nun, dass Familien typischerweise nicht als solche in die Städte ziehen. Vielmehr seien es junge Erwachsene, die zur Ausbildung, zum Studium oder für den ersten Job in die Städte kommen und im weiteren Lebensverlauf zunehmend darauf verzichten, wieder aus den Städten abzuwandern – dass sich also die Attraktivität der Städte weniger im Zuzug von Familien äußert als vielmehr im Verbleib junger Erwachsener in der Stadt, von denen man vor wenigen Jahren noch erwartet hätte, dass sie spätestens nach ihrer -Sturm-und-Drang-Phase- mit der Familiengründung fluchtartig die Stadt (wieder) verlassen.
Vor diesem Hintergrund versucht das Projekt einen Blick in die Zukunft: Anhand empirischer Studien in Dortmund sollen die aktuelle Wohnsituation sowie die Wünsche und Vorstellungen junger Erwachsener (18-25 Jahre) bezüglich ihres zukünftigen Wohnens untersucht werden. Dabei ist anzunehmen, dass sich diese stark unterscheiden, je nach räumlicher und sozialer Herkunft, aber auch nach den persönlichen, in die Zukunft gerichteten Wünschen und Zielen für das eigene Leben (z.B. nach angestrebter Lebensform, beruflichen Plänen oder Lebensstil).
Die Kleingruppen des Projekts können methodische, inhaltliche, räumliche oder soziale Schwerpunkte bilden, z.B. durch den Fokus auf quantitative oder qualitative Methoden, eine geeignete Auswahl von Untersuchungsgebieten oder bestimmte Bevölkerungsgruppen (Studierende, Azubis, Zugewanderte, Einheimische etc.). Theoretische Anknüpfungspunkte finden sich in den Diskussionen um Reurbanisierung, um Wohnstandortpräferenzen und –entscheidungen sowie um Wohn- und Mobilitätsbiografien.
BBSR (Hg.) Die Attraktivität großer Städte - ökonomisch, demografisch, kulturell. Ergebnisse eines Ressortforschungsprojekts des Bundes. Bonn 2012
Jekel, Gregor / Frölich von Bodelschwingh, Franciska / Brühl, Hasso / Echter, Claus-Peter (2010): Stadtpolitik und das neue Wohnen in der Innenstadt. Berlin: Deutsches Institut für Urbanistik.
Brühl, Hasso / Echter, Claus-Peter / Frölich von Bodelschwingh, Franciska / Jekel, Gregor (2005): Wohnen in der Innenstadt - eine Renaissance? Difu-Beiträge zur Stadtforschung 41. Berlin.
Brake, Klaus / Herfert, Günter (Hrsg., 2012): Reurbanisierung. Materialität und Diskurs in Deutschland. Wiesbaden: VS Verlag.
Siebel, Walter (2005): Suburbanisierung. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg.): Handwörterbuch der Raumordnung. Hannover: ARL. S. 1135-1140.
Master Raumplanung (2008)
M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.
M.Sc. Raumplanung (2008): Das Modul wird mit zwei unbenoteten Teilleistungen abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Master Raumplanung (2012)
Prof. Dr.
Frank Susanne