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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt poché

-poché- ist ein Begriff aus der École des Beaux-Arts, der von Venturi und Rowe/Koetter wiederbelebt wurde. Ursprünglich steht er für die im Grundriss schwarz angelegte Konstruktionsfläche massiver Bauten. Venturi überträgt -poché- auf Nischen und Nebenräume, die sich innerhalb einer dicken...

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-poché- ist ein Begriff aus der École des Beaux-Arts, der von Venturi und Rowe/Koetter wiederbelebt wurde. Ursprünglich steht er für die im Grundriss schwarz angelegte Konstruktionsfläche massiver Bauten. Venturi überträgt -poché- auf Nischen und Nebenräume, die sich innerhalb einer dicken Wandzone befinden. Rowe und Koetter erweitern den Begriff auf den eines architektonischen Bindegewebes: gebaute Masse, die angrenzende Räume bindet, oder die von angrenzenden Räumen geformt wird. Damit ist die Dialektik von Figur und Grund berührt, bzw. von Masse und Leere, wie sie von Rowe/Koetter auf der städtischen Maßstabsebene durchgespielt wird. Nach Robert le Ricolais hat jede Masse ein strukturelles Äquivalent, – eine Idee, die Louis Kahn zu der Vorstellung eines -Bauens mit hohlen Steinen- angeregt hat: Die Massivität römischer oder barocker Architekturen muss nicht wörtlich genommen werden, sie kann –in einer modernen Übersetzung- auch in leichtere, raumhaltige Tragstrukturen (z.B. räumliche Fachwerke) aufgelöst sein. Zusammen mit der Trennung von dienenden und bedienten Räumen wird dieses Konzept der strukturellen Zone in der High-Tech Architektur aufgegriffen. Das Projekt will diese zwei unterschiedlich motivierten gedanklichen Stränge zusammenführen und die Relevanz des pochés als eines formierenden Prinzips über verschiedene Maßstabsebenen hinweg belegen. Die theoretischen Grundlagen werden in Referaten und Analysen (Zeichnungen, Modelle) am Semesteranfang erarbeitet; nach drei Wochen gibt es einen viertägigen Workshop als Start des eigenen Entwurfsprojekts. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS2006 Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Häntsch Brigitte