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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Raus aus der Retorte Wolfsburg historisch gedacht

Wolfsburg wurde ab 1938 als reine Retortenstadt rund um das neu gegründete sogenannte KdF-Werk geplant und gebaut. Diese Entstehungsgeschichte ist noch immer prägend für das Stadtbild, gleichzeitig versteht sich die florierende Stadt als innovativ in den Bereichen Nachhaltigkeit, aktuelle Mobilitätskonzepte...

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Wolfsburg wurde ab 1938 als reine Retortenstadt rund um das neu gegründete sogenannte KdF-Werk geplant und gebaut. Diese Entstehungsgeschichte ist noch immer prägend für das Stadtbild, gleichzeitig versteht sich die florierende Stadt als innovativ in den Bereichen Nachhaltigkeit, aktuelle Mobilitätskonzepte und urbane Wohn- und Lebenskonzepte. Die bisherigen Versuche, durch modernen, offenen Städtebau Identität und durchgehend urbane Strukturen zu schaffen, haben bisher keine geschlossene Stadteinheit schaffen können. Hier setzt das Projekt Raus aus der Retorte! mit folgenden Fragestellungen an: Welches städtebauliche Repertoire wollen wir in urbanen Situationen anwenden, wenn wir Stadt als Erlebnisraum, soziales Produkt, szenischen Raum und als räumliche Konzentration mit programmatischer Dichte verstehen? Welches Bild von Stadt entwickeln wir weiter, wenn wir uns am Ruhebedürfnis der Bewohner, ökonomischer Restriktion, Wohnungsnot und Forderung nach reichhaltigem kulturellem Angebot orientieren, die Bewohner gleichzeitig grüne Dörfer in der Stadt wünschen und Architekten suburbane Strukturen zu recht kritisieren? Mit welcher urbanen Praxis kann man also vor dem Hintergrund des Städtebaus der Moderne und seinen offenen Strukturen beispielsweise eine Retortenstadt wie Wolfsburg städtebaulich in eine urbane Zukunft weiterschreiben? Das Projekt Raus aus der Retorte Wolfsburg geht davon aus, dass erst durch räumliche Dichte Urbanität entsteht, diese erst die Charakteristika von Stadt um Mischung und Vielfalt erweitern kann und diese erst einen tatsächlichen städtischen Raum ermöglicht. Dabei arbeiten die ProjektteilnehmerInnen mit bewährten europäischen städtebaulichen Typologien des Mittelalters und aktualisieren diese - auch mithilfe digitaler Planungsprozesse - auf das städtebauliche Entwicklungsgebiet Helmwinkel und Nordsteimke in Wolfsburg. Ausgehend von aktuellen Entwicklungsgebieten sollen strukturalistische Stadtmodelle entwickelt werden, die Wolfsburg ein Jahrhundert nach seiner Gründung den Status einer urbanen, lebendigen und eigenständigen Stadt mit einem staken Industrieanteil verleihen und nicht umgekehrt. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2016/17 Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung G.-Prof. Haimerl Peter G