Uni-Kassel
14. März 2017Projekt The Magic Mountain
Wohnung ... Gebäude ... Landschaft ... Stadt ... In welchem Zusammenhang könnten diese Begriffe vor dem Hintergrund eines neuen Verständnisses von Raum- und Lebenskultur stehen? Mit unserem dritten Wohnungsbauprojekt in Folge wollen wir konventionelle Grenzziehungen endgültig in Frage stellen und...
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Jetzt Lernplan erstellenWohnung ... Gebäude ... Landschaft ... Stadt ... In welchem Zusammenhang könnten diese Begriffe vor dem Hintergrund eines neuen Verständnisses von Raum- und Lebenskultur stehen? Mit unserem dritten Wohnungsbauprojekt in Folge wollen wir konventionelle Grenzziehungen endgültig in Frage stellen und eine Überschreitung wagen:
Wir wollen gemeinsam eine Architektur (er)finden, die ihre klassische Repräsentation zu Gunsten ihrer räumlichen Kompetenz zurücknimmt einen Magic Mountain als funktionalen und räumlichen Wohnhybriden jenseits negativ konnotierter Verdichtungsideen.
Der Magic Mountain verwandelt den Ort und führt Gebäude sowie umgebenden Raum symbiotisch zusammen. Ein Magic Mountain ist keineswegs klare bauliche Kubatur, sondern Teil einer urbanen Substanz, ein Mehrwertraum, in dem die Architektur zum topografischen Substrat der Stadt und die Stadt zur Fortsetzung des Gebäudes wird.
Welche Konsequenzen hat diese Anspruchshaltung? Können wir dann noch in Blöcken, Straßen- und Hofräumen, Vorder- und Rückseiten, Innen- und Außenwelten denken? Oder kann es eine neue Verschränkungstiefe von Wohnraum und Stadtraum geben? Kann man den privaten Garten in die dichte Stadt verpflanzen?
Versuchen wir einmal, Stadt und Wohnung radikal anders zu denken: als blühendes Kontinuum, als artifizielle Auftürmung, als Magic Mountain
Terrassen- oder Hügelhäuser als vielfach deklinierte Typen versuchen diese Thesen umzusetzen. Hier wird die ideale Vorstellung urbanen Wohnens auf dem begrünten Hang materialisiert. Der Wohnberg erzeugt durch die extrem vergrößerte Oberfläche eine gebaute Landschaft als wertvollen Zuschlag zu Wohnung und Stadt. Unter der landschaftlichen Kruste verbirgt sich ein gewaltiger Bauch, ein Hohlraum für Nutzungsideen und Infrastrukturen. Die aufgebrochene und vegetative Oberfläche bedeutet zugleich die Aufgabe klassischer Gestalt-Bilder von Haus und Fassade. Bisher klar artikulierte Grenzen der Vertikale werden in der Diagonale neu verhandelt. Der Straßenraum als konstituierendes Element der Stadt beginnt sich aufzulösen.
Stellen wir uns die Frage, ob wir heute gesellschaftlich und technisch in der Lage sind, einen immer wieder formulierten Wohntraum erneut aufzugreifen; trotz seiner Beschädigung in der gebauten Realität. Aufgabe des Projektes soll die Neubewertung, Weiterentwicklung und Erfindung hybrider Gebäude als Prototypen zukünftiger Wohnungsbauten im Stadtkontext sein. Das Projekt wird von einem Seminar zur Grundlagenvermittlung und theoretischen Unterfütterung begleitet.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SS2007
Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Augustin Geor