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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Stadtentwicklungsplan Wohnen für

Die Stadt Kassel erlebt derzeit wie viele andere Großstädte in Deutschland ein Bevölkerungswachstum. Im Verbund mit vielen anderen Faktoren hat sich daraus eine steigende Nachfrage am Wohnungsmarkt ergeben, die zu erheblichen Mietsteigerungen und inzwischen auch einer deutlich anziehenden Wohnungsneubautätigkeit geführt...

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Die Stadt Kassel erlebt derzeit wie viele andere Großstädte in Deutschland ein Bevölkerungswachstum. Im Verbund mit vielen anderen Faktoren hat sich daraus eine steigende Nachfrage am Wohnungsmarkt ergeben, die zu erheblichen Mietsteigerungen und inzwischen auch einer deutlich anziehenden Wohnungsneubautätigkeit geführt hat. Hieraus sind erhebliche Konflikte entstanden. Allenthalben wird über Wohnungsknappheit, Gentrifizierung oder unverträgliche Nachverdichtung diskutiert, doch es sind auch andere Stimmen zu vernehmen, die darauf hinweisen, dass die Stadt langfristig weiterhin Bevölkerungsverluste erleiden könnte und die derzeitigen Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt erforderlich seien, um langfristige Investitionen in den Bestand überhaupt rentabel zu machen. Doch wie sollte die Stadtpolitik auf die komplexen Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt reagieren? Welche rechtlichen, finanziellen oder administrativen Instrumente kann sie einsetzen? Reicht es aus, die steigende Neubautätigkeit über die planerische Begleitung von Einzelprojekten zu steuern? Muss die Wohnungsmarktentwicklung genauer beobachtet werden? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt für das Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, aufbauend auf der derzeit intensiver werdenden Diskussion und der verstärkten Aufmerksamkeit der Stadtpolitik für Wohnungsfragen einen Stadtentwicklungsplan Wohnen zu erarbeiten. In ihm sollen typische Methodenschritte der integrierten Stadtentwicklung durchgespielt werden, die ein zentrales Repertoire der informellen Planung im Alltag der Kommunen bilden. Sie können eine Grundlage für die mittelfristige Stadtentwicklung in Kassel bilden: • Abschätzungen über die künftige Angebots- und Nachfrageentwicklung • Bewertung von Potentialen für Neubautätigkeit • Formulierung von differenzierten Zielen für den Umgang mit einem alternden Bestand • Setzung von Prioritäten für die räumliche Entwicklung • Identifizierung von rechtlichen, finanziellen, liegenschaftspolitischen und anderen Steuerungsmöglichkeiten • Bewertung von vorhandenen Quartierstypen auf ihre Zukunftsfähigkeit • Entwicklung von verträglichen Innenentwicklungsstrategien • Formulierung von Vorschlägen für eine sozial verträgliche Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik • Förderung eines breiten Spektrums von Trägern in der Wohnungspolitik, etwa Genossenschaften, Baugruppen, städtischen Wohnungsgesellschaften Das Projekt wird in enger Abstimmung mit der Stadt Kassel durchgeführt. Auf Daten der städtischen Wohnungsmarktbeobachtung kann zurückgegriffen werden. Innovative Ansätze der Wohnungsmarktbeobachtung, wie sie derzeit im Rahmen eines Promotionsvorhabens am Fachgebiet Stadtumbau/Stadterneuerung in Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel entwickelt werden, stehen als Input für das Projekt zur Verfügung. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2015/16 Architektur Univ.-Prof. Dr.-Ing. Altrock Uwe Ing