Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Stadtflüchtlinge Obstbäume und illegale Gärtner
Bad Soden ist eine nordwestlich Frankfurts am Taunus gelegene Stadt. Durch die unmittelbare Nähe zur Metropole ist die Stadt besonders attraktiv für junge Familien aber auch für wohlhabende Bevölkerungsschichten, die in Frankfurt arbeiten und vor allem die ruhige Wohnlage, das...
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Jetzt Lernplan erstellenBad Soden ist eine nordwestlich Frankfurts am Taunus gelegene Stadt. Durch die unmittelbare Nähe zur Metropole ist die Stadt besonders attraktiv für junge Familien aber auch für wohlhabende Bevölkerungsschichten, die in Frankfurt arbeiten und vor allem die ruhige Wohnlage, das privilegierte Landschaftsbild, sowie die kurzen Fahrzeiten nach Frankfurt schätzen.
In den letzten Jahren hat sich für die Stadt Bad Soden das Problem einer zunehmenden Nutzung wohnungsferner Gärten im Außenbereich entwickelt. Die Gärten wurden häufig auf landschaftsbildprägenden Obstwiesen angelegt und stellen in mehrere Hinsicht einen Verstoß gegen das Hessische Naturschutzgesetz sowie die Bauleitpläne nach BauGB dar. Wurden diese Ansiedlung von der Stadt jahrelang stillschweigend geduldet, so wurde in den letzten Jahren die Untere Naturschutzbehörde mit Blick auf die naturschutzrechtliche Situation aktiv und hat mit der Räumung der Gärten begonnen.
Diese Praxis ist in vielerlei Hinsicht für alle Beteiligten unbefriedigend. So kann durch die Aufgabe der Nutzung der Obstwiesen eine negative Veränderung des Landschaftsbildes eintreten. Der Verlust der Wiesen würde darüberhinaus auch den Verlust eines Kulturguts bedeuten, das für die Stadt identitätsbildend ist. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist eine Aufgabe der Nutzung nicht unbedingt zu begrüßen, da dies langfristig zum Verlust schützenswerter Landschaftsbestandteile führen kann.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtslage sind fachliche Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der Gartennutzung im Stadtgebiet notwendig. Dabei liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Bewertung des Landschaftsbildes und der Kulturlandschaft. Es werden Entwicklungsszenarien erarbeitet und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Bearbeitung erfolgt mithilfe aktueller GIS- und Visualisierungstechniken.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Soden und dem Planungsverband Frankfurt / Rhein-Main durchgeführt. Auch die UNB des Main-Taunus-Kreises ist eingebunden. Darüberhinaus ist geplant die betroffenen Gärtner in den Prozess einzubeziehen.
Um sich einen Eindruck von dem Planungsraum zu verschaffen und um eigene Erhebungen durchzuführen, wird in der Kompaktwoche eine Exkursion (D - 2.003) dorthin stattfinden. Hierbei besteht die Möglichkeit, sich mit den Mitarbeiter/innen des Planungsverbands auszutauschen und mit weiteren Interessengruppen / Personen in Kontakt zu treten.
Parallel zum Projekt werden integrierte Studienarbeiten / Recherche-/Stegreifübungen C - 2.002, D - 2.001) sowie ein Projektseminar (C-2.501) angeboten. In dem Seminar/Übungen werden spezielle Themen partizipativer Planung in Europa vertieft. Mit den Recherche-/Stegreifübungen werden vor allem Grundlagen des Erfassens und Bewertens von Landschaften und Landschaftsbildern sowie Techniken der Landschaftsbildvisualisierung und GIS vertieft.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
WS 2009/2010
Architektur
Architektur
Dipl.-Lök.
Bödding Sandra Dipl Lök