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Uni-Kassel
14. März 2017

Projektarbeit and or not

In diesem Projekt soll es um die Auseinandersetzung mit Gestaltung gehen, welche als solche nicht bewusst intendiert ist (Non intentional Design). Der Blick soll auf einen spezifischen und nicht unerheblichen Bereich in der Gestaltung unserer Umwelt gerichtet werden: alles ist...

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In diesem Projekt soll es um die Auseinandersetzung mit Gestaltung gehen, welche als solche nicht bewusst intendiert ist (Non intentional Design). Der Blick soll auf einen spezifischen und nicht unerheblichen Bereich in der Gestaltung unserer Umwelt gerichtet werden: alles ist gestaltet und überall auf der Welt wird gestaltet, nur nicht immer mit einer gestalterischen Absicht. Vieles entsteht auf eine spezifische Weise, manchmal aus einer -Notlage- begrenzter Mittel, aus einer lange bestehenden Tradition, aus einer spontanen Laune, einer notwendigen Veränderung um besser oder überhaupt zu funktionieren oder um andere Bedürfnis abzudecken als die vorgesehen. Die Umsetzung erfolgt ebenso spontan und -unprofessionell-. Non intentional Design wird also nicht bewusst eingesetzt, sondern entsteht nebenbei, unbemerkt und unbeabsichtigt. Unsere Kultur besteht aus einem Nebeneinander von bewusst und unbewusst gestalteten Dingen – in dem hier beschriebenen Projekt soll die Auseinadersetzung mit dem Unbewussten und Unbeabsichtigten Auslöser, Katalysator und Grundlage für das -Gewollte- werden. Zunächst richten Sie den Blick auf den vorgestellten Begriff des -Non intentional Design- und beginnen mit einer umfassenden Recherche. Hierfür stehen selbstverständliche alle Medien zur Disposition: Buch, Film, Bild, Web, etc. Darüber hinaus fotografieren Sie mindestens 10 Beispiele von -Non intentional Design- aus Ihrer unmittelbaren Umgebung, die Sie selbst entdecken, in ihrem Alltag finden, etc. Die Recherche soll zu einer These führen, die von Ihnen aufgestellt und in einem zweiten Schritt Grundlage für ein ihr eigenes Projekt werden soll. Der dabei entstehende Fokus soll bis hin zur Übersetzung in einen eigenen und eigenständigen Entwurfes verfolgt werden. Der gesetzte Rahmen, sowie die dabei aufgestellte These, hat selbstverständlich Auswirkung auf das Ergebnis. In diesem Projekt soll versucht werden, mittels der beschriebenen Methodik interessante und ungewöhnliche Projektideen zu entwickeln und umzusetzen. Design muss Missverständnisse, Missbrauch und Fehler der Menschen als Quelle der Innovation und zur Verbesserung kultureller Vielfalt anerkennen. (aus:Erste Deklaration des St. Moritz Design Summit) -[...] das Poetische der Bastelei kommt auch und besonders daher, daß sie sich nicht darauf beschränkt, etwas zu vollenden oder auszuführen; sie »spricht« nicht nur mit den Dingen [...], sondern auch mittels der Dinge: indem sie durch die Auswahl, die sie zwischen den begrenzten Möglichkeiten trifft, über den Charakter und das Leben ihres Urhebers Aussagen macht. Der Bastler legt, ohne sein Projekt jemals auszufüllen, immer etwas von sich selbst hinein.- (Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken. Frankfurt 1973, S. 34-35.) - The Good Life, Perceptions of the Ordinary, Jasper Morrison / Lars Müller Verlag - Non Intentional Design, Uta Brabdes, Michael Erlhoff daad Transfer, erkennen und bewirken, Peter Erni, Martin Huwiler, Christophe Marchand Lars Müller Verlag Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SoSe 2015 Produktdesign Gebert Jakob