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Uni-München
14. März 2017

Projektübung Rückzug ins Private bis zum bitteren Ende Boulevardtheater zwischen Kunst und Kommerz Studien zu Ästhetiken und Strukturen des Gegenwartstheaters Cromme

Der lektürefreudige Kurs untersucht Hackpaare und sogenannte Zimmerschlachten, die von kleineren und/oder großen Schauspielhäusern auf den Spielplan gesetzt werden, um die Sehnsucht des Zuschauers nach -privaten-, zwischenmenschlichen Stoffen einerseits und anderseits nach brillanter Darstellerkunst in herausfordernden Rollen und Dialogszenen zu...

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Der lektürefreudige Kurs untersucht Hackpaare und sogenannte Zimmerschlachten, die von kleineren und/oder großen Schauspielhäusern auf den Spielplan gesetzt werden, um die Sehnsucht des Zuschauers nach -privaten-, zwischenmenschlichen Stoffen einerseits und anderseits nach brillanter Darstellerkunst in herausfordernden Rollen und Dialogszenen zu befriedigen und – nicht zuletzt – auch sicher ausverkaufte Häuser zu bescheren. Struktur, Dynamik, scheußlich menschliche Abgründe, nuancierte Psychospiele, klischeehafte Allge­mein­plätze versus tiefgründige Bonmots, pointierter Schlagabtausch, bitterböse Wahrheiten und nur selten noch die Hoffnung auf einen fairen Ausweg aus der gemein­samen Patt­situa­tion, auf -Rest-Liebe- oder humane Kompromisse sind nur einzelne Zutaten dieser über­ra­schend unterhaltsamen wie schonungslosen Dramatik, die auf ihren zeitnahen / zeitlosen stofflichen / anthroposophischen Gesellschafts- und Gegen­warts­theaterbezug hin untersucht werden soll. Die Projektübung nähert sich dabei zwangsläufig auch dem Phänomen des berühmt­berüchtigten Lachens, das einem im Halse stecken bleibt, und untersucht die zuschauer­­freundliche Dramaturgie eines -netten Abends- / grausigen Vexierspiels, die Strate­gien seriösen oder aber kassemachenden Boulevardtheaters und die deutsch­land­wei­te Spielplandichte dieses oft verkannten und belächelten Genres in Reichweite von Konver­sa­tionsstück, (Tragi)Komödie und existenzialistischem Höllenritt, das dennoch allgegen­wärtig ist und als Wunsch des Publikums nach gehobener, zwischen Banalität und Ernst changierender Unterhaltung bedient werden muss - (?) Tendenzen, Ausprägungen, Abwei­chun­gen, Perspektiven insbesondere der vergangenen 20 Jahre werden ausgelotet, indem die Teilnehmer des Kurses die Stücke auf ihre Eigenarten und wesentlichen Qualitäts­merk­ma­le hin analysieren und einschätzen und deren Bühnenwirksamkeit anhand aktueller / vergan­­gener Beispiele nachvollziehbar medial präsentieren, daraufhin überarbeiten und abschlie­ßend für ein kursinternes PDF-Handbuch kompilieren – gedacht und gemeinsam struk­turiert als eine mögliche Handreichung für Theaterbetriebe verschiedenster Couleur. ACHTUNG: Exkursion 1 (von geplanten 3): Wer hat Angst vor Virginia Woolf? am Mi 22.04., 20 Uhr, Residenztheater. Kartenbestellung in der ersten Kurssitzung. Leistungsnachweis: Mediale Präsentation (15 Minuten), Abgabe derselben im überarbeiteten PDF-Format (max. 9000 Zeichen). W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme) Leistungsnachweis MA Theaterwissenschaft (WP 6.2): Präsentation (15 Minuten) oder wissenschaftliches Protokoll (9000 Zeichen) 6 ECTS, in Modul(prüfung) -Ästhetik und Konzepte des Gegenwartstheaters- mit Forschungsseminar -Aktuelle Theaterformen- (9 ECTS) insgesamt 15 ECTS -------------------------- Leistungsnachweis MA Profilbereich (WP TW 10.1): Präsentation (15 Minuten) oder wissenschaftliches Protokoll (9000 Zeichen) 6 ECTS -------------------------- Leistungsnachweis MA Dramaturgie (P 3.2): wissenschaftliches Protokoll (ca. 6000 Zeichen) 6 ECTS, in Modul(prüfung) -Ästhetik und Konzepte des Gegenwartstheaters- mit Forschungsseminar -Aktuelle Theaterformen- (9 ECTS) insgesamt 15 ECTS LMU München SoSe 2015 Dr. Cromme Rasmus