Uni-München
14. März 2017Projektübung Szenographie und Bühnenbild als Gegenstand der Theaterwissenschaft Studien zu Theorien von Theater und Performance Wiens
Es gehört zu den Setzungen unseres Fachs, dass Max Herrmann Theater als ‚Raumkunst’ definierte, die im Spannungsfeld zwischen Akteuren und Publikum ästhetisch hervortritt (1931). Fragen nach Licht, Bühnentechnik sowie überhaupt nach dem gesamten Komplex von Bühnenbild bzw. Szenographie blieben, wie...
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Jetzt Lernplan erstellenEs gehört zu den Setzungen unseres Fachs, dass Max Herrmann Theater als ‚Raumkunst’ definierte, die im Spannungsfeld zwischen Akteuren und Publikum ästhetisch hervortritt (1931). Fragen nach Licht, Bühnentechnik sowie überhaupt nach dem gesamten Komplex von Bühnenbild bzw. Szenographie blieben, wie er selbst schrieb, allerdings ‚unerörtert’, und damit die Funktionen der Bühne als Mitspieler, die Künstler am Beginn des vergangenen Jahrhunderts zu erkunden begannen. Jene Setzung wurde fachgeschichtlich prägend und stellt die Theaterwissenschaft – angesichts der sich heute abzeichnenden Vielgestaltigkeit des Szenographischen – vor Herausforderungen. -Die Bühne ist nicht nur illustratives Dekor, sondern selbst Kunstwerk, und der Darsteller muss akzeptieren, dass der die Präsenz mit allen beteiligten Elementen teilt, die zur Realität der Bühne gehören-, postuliert etwa Heiner Goebbels (2012), mit Blick auf seine eigene Arbeit und die Räume, die der Bühnenbildner Klaus Grünberg für ihn entwirft. Auch für theaterwissenschaftliche Analyse hat dies Konsequenzen: Zu welchen Beobachtungen und Problemstellungen gelangt man, wenn man die Bühne nicht als Hintergrund oder gar 'Kulisse', sondern als Mitspieler, Ko-Akteur begreift? Das Seminar unternimmt eine Sondierung und Kritik bisher vorliegender Forschungen zu Bühnenbild und Szenographie; ebenso Bestandteil ist die Auseinandersetzung mit aktuellen Aufführungen und Projektbeispielen.
Literatur:
Max Herrmann: -Das theatralische Raumerlebnis- (1931), in J.Dünne, S.Günzel: Raumtheorie. Frankfurt M. 2005, 501-513.
Heiner Goebbels: Ästhetik der Abwesenheit. Berlin 2013.
Nora Eckert: Das Bühnenbild im 20. Jahrhundert. Berlin 1998.
Joslin McKinney; Philip Butterworth (Eds.): The Cambridge Introduction to Scenography. Cambridge 2009.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Leistungsnachweis MA Theaterwissenschaft (WP 5.2): Präsentation (15 Minuten) oder wissenschaftliches Protokoll (9000 Zeichen)
6 ECTS, in Modul(prüfung) -Theoretische Diskurse des Theaters- mit Forschungsseminar -Themen und Konzepte der Theatertheorie- (9 ECTS) insgesamt 15 ECTS
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Leistungsnachweis MA Profilbereich (WP TW 7.1): Präsentation (15 Minuten) oder wissenschaftliches Protokoll (9000 Zeichen)
6 ECTS
LMU München
SoSe 2015
Univ.Prof.Dr.
Wiens Birgit