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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Am Anfang des Imperiums Geschichte der Qin und Westlichen Han Dynastien WP1.2 HF WP6.2 NF

Folgt man der landläufigen Meinung, schuf Chinas Erster Kaiser (Qin Shihuangdi) mit der Reichseinigung im Jahr 221 v. Chr. die Grundlage für das China, das wir heute kennen. In dieser Veranstaltung werden wir vor allem der Frage nachgehen, ob seine...

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Folgt man der landläufigen Meinung, schuf Chinas Erster Kaiser (Qin Shihuangdi) mit der Reichseinigung im Jahr 221 v. Chr. die Grundlage für das China, das wir heute kennen. In dieser Veranstaltung werden wir vor allem der Frage nachgehen, ob seine Herrschaft tatsächlich derart auf die Nachwelt wirkte, wie es gemeinhin angenommen wird. Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, lohnt es sich freilich die nachfolgende Westliche Han-Dynastie (206 v. bis 9 n. Chr.) genauer unter die Lupe zu nehmen. Was blieb wirklich von den vielen Neuerungen des Ersten Kaisers, wie etwa der legalistischen Staatsführung oder die Vereinheitlichung der Schrift, der Maße und der Währung, von denen wir ständig lesen? Und, wie wichtig waren sie für die Kaiser der nachfolgenden Westlichen Han? Im Seminar werden wir anfänglich den Prozeß der Reichseinigung rekonstruieren: Wie kam es zur Reichseinigung? Welche sozialen, politischen und kulturellen Voraussetzungen waren nötig? Anschließend widmen wir uns dann den Auswirkungen während der Westlichen Han. Grundsätzlich beschäftigen wir uns dabei mit allen möglichen Aspekten des sozialen Lebens: Organisation beider Staatsapparate, Militär, Jurisprudenz, Religion, Geistesgeschichte usw. Wer bereits eines oder mehrere meiner Seminare besuchte, weiß an dieser Stelle bereits, worauf diese Auswahl basiert, und was den Aufbau und Inhalt des Kurses bestimmen wird: die Verfügbarkeit von Quellen. Als Geschichtswissenschaftler richtet sich all unsere Kenntnis der Vergangenheit nach der Existenz verschiedenartiger Quellen. Erst deren Interpretation ermöglicht es uns, eine gewisse Vorstellung dieser prägendsten (?) aller Epochen der chinesischen Geschichte zu gewinnen. Für den fraglichen Zeitraum stehen uns eine Unmenge an Informationen zur Verfügung: Zu schriftlichen Aufzeichnungen (Historiographie, Philosophie, Lyrik, Gesetzestexte usw.) gesellen sich die Ergebnisse zahlloser archäologischer Ausgrabungen. Der wohl spektakulärste Fund ist sicherlich die Grabanlage Qin Shihuangdis mit seiner berühmten Armee von Terrakottakriegern. Ob derartige archäologische Funde jedoch helfen, ein objektiveres Bild der Vergangenheit (da vermeintlich unbeeinflußt von den Meinungen verschiedener Autoren; siehe dazu auch die freiwillige begleitende Übung -Durch die Augen Sima Qians und Ban Gus: Die Qin- und Han-Dynastien in der frühen Historiographie-) zu entwickeln, muß unsere gemeinsame Arbeit im Laufe des Semesters zeigen. Für Magisterstudierende: Ein Schein kann entweder in Sinologie oder Chinesischer Kunst und Archäologie erworben werden. Das Referats- bzw. Hausarbeitsthema muß dann natürlich dementsprechend gewählt werden. Für Bachelor-, Master- und Magisterstudierende Regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, das Vortragen eines Referats und die Abgabe einer Hausarbeit führen zum Erfolg (d. h. zu einer Note bzw. zum Proseminarschein). Studierende der Bachelor- und Magisterstudiengänge stützen ihre Argumente ausschließlich auf Sekundärquellen während Studierende des Masterstudiengangs auch Primärquellen (überlieferte Literatur und / oder chinesische Grabungsberichte) diskutieren. Näheres zu den Formalia in der ersten Sitzung. Anmeldung: Sowohl Bachelor-, Master- als auch Magisterstudierende müssen das Seminar über LSF belegen. Bitte beachten Sie die entsprechende Belegfrist. Literaturvorschläge: Martin Kern, The Stele Inscription of Ch’in Shih-huang: Text and Ritual in Early Chinese Representation (New Haven: American Oriental Society, 2000). Maria Khayutina, ed., Qin: Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottakrieger (Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 2013). Lothar Ledderose and Adele Schlombs, eds., Jenseits der Großen Mauer: Der erste Kaiser von China und seine Terrakotta-Armee (Gütersloh, München: Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, 1990). Michael Loewe, ed., The Cambridge History of China, Vol. 1: The Ch’in and Han Empires, 221 B.C. – A.D. 220 (Cambridge: Cambridge University Press, 1986). Michael Nylan and Michael Loewe, eds., China’s Early Empires: A Re-appraisal (Cambridge: Cambridge University Press, 2010). Weiterführende Literatur wird am in der ersten Sitzung des Semesters vorgestellt. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2015 Department für Asienstudien