Uni-München
14. März 2017Proseminar Bilderlust Kunstrezeption in der Gegenwartsliteratur
Das Interesse von Autoren an der Bildenden Kunst ist bis heute ungebrochen, wie ein Blick auf die Literatur der Gegenwart zeigt. Viele Schriftsteller, zum Beispiel Ann Cotton, Péter Esterházy, Thomas Glavinic, Günter Grass, Peter Handke, Maja Haderlap, Florian Illies, Ernst...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Interesse von Autoren an der Bildenden Kunst ist bis heute ungebrochen, wie ein Blick auf die Literatur der Gegenwart zeigt. Viele Schriftsteller, zum Beispiel Ann Cotton, Péter Esterházy, Thomas Glavinic, Günter Grass, Peter Handke, Maja Haderlap, Florian Illies, Ernst Jandl, Daniel Kehlmann, Michael Köhlmeier, Martin Suter, Feridun Zaimoglu oder Juli Zeh, setzen sich ebenso in kurzen Texten und
Gedichten wie in Künstler- oder Kriminalromanen mit Kunstwerken unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen, mit realen und fiktiven Künstler-Viten und mit dem bildkünstlerischen Schaffen auseinander. Damit stellt sich die Frage nach der Intermedialität ebenso wie Fragen nach der
ästhetischen Erfahrung, der Fiktionalisierung ästhetischer Debatten, der Beschäftigung mit neuen Entwicklungen in der Bildenden Kunst, den Phasen des künstlerischen Schaffensprozesses oder nach der Identität des Künstlers. Die Bezugnahme von Gegenwartsautoren auf die Bildende Kunst lässt Rückschlüsse auf das spezifische Vermögen von literarischen Ausdrucksmöglichkeiten zu. In der
Auseinandersetzung mit der Bildenden Kunst lassen sich aufgrund der Differenz der Medien die Möglichkeiten und die Grenzen bildhaften und Kunst beschreibenden Sprechens besonders deutlich aufzeigen und dadurch die Modi der Verständigung, die Ausbildung habitualisierter literarischer Muster und Verfahren der Kanonisierung von Beschreibungsverfahren und bestimmten Kunstwerken sowie die Entwicklung von Künstlerlegenden analysieren. In Texten zur Kunst wird nicht nur auf die literarische Tradition verwiesen, sondern auch auf zeitgenössische Kunstdiskurse. Insbesondere die Analyse exemplarischer kurzer Texte bietet einen Rahmen, um tradierte allgemeine Muster der Bezugnahme auf die Bildende Kunst und Methoden der sprachlichen Annäherung an Bildmaterial, die sich auf diverse Texte übertragen lassen, zu bestimmen. Zudem sollen diese exemplarischen Texte in Verhältnis zu größeren Zusammenhängen wie zum literarischen Kanon gesetzt werden. Darüber hinaus sollen die Texte dazu dienen, die Möglichkeiten und die Grenzen einer Analogie von Literatur und Bildender Kunst aufzuzeigen und die Problematik der -sprechenden Malerei- in der Literatur der Gegenwart zu umreißen.
Verstreute
Texte können in einem Reader zur Verfügung gestellt werden. Auf Wunsch sind
Exkursionen in Museen in München, zum Beispiel in die Alte Pinakothek oder die
Pinakothek der Moderne, möglich.
Literatur
zur Einführung:
Czernin,
Franz Josef / Janda, Martin (Hg.): BILD SATZ. Texte zur bildenden Kunst, Köln
2008
Peter
Handke: Die Lehre der Sainte-Victoire, Frankfurt a. M. 1980
Florian
Illies: 1913. Der Sommer des Jahrhunderts, Frankfurt a. M. 2012
Jandl,
Ernst: das schöne bild, in: Ders.: Poetische Werke, hrsg. v. Klaus Siblewski,
Bd. 8, München 1997, S. 299
Elfriede
Jelinek: Peter Paul Rubens -Das kleine Jüngste Gericht- (Alte Pinakothek
München), www.elfriedejelinek.com
Daniel
Kehlmann: Ich und Kaminski, Frankfurt a. M. 2003
Kornmüller,
Jacqueline / Wolf, Peter (Hg.): Ganymed boarding. Schriftsteller schreiben über
Meisterwerke im KHM, m. Fotografien v. Helmut Wimmer, mit Texten von
Karl-Markus Gauß, Peter Handke,Walter Kappacher, Ferdinand Schmatz u. a., Wien
2010
Kornmüller,
Jacqueline / Wolf, Peter (Hg.): Museum der Träume. Schriftsteller schreiben
über Meisterwerke der Kunst, mit Texten von Paulus Hochgatterer, Elfriede
Jelinek, Franz Schuh, Andrea Winkler, Josef Winkler u.a., Wien 2014
Sekundärliteratur
zur Einführung:
Boehm,
Gottfried / Pfotenhauer, Helmut: Beschreibungskunst – Kunstbeschreibung.
Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, München 1995
Bredekamp,
Horst: Theorie des Bildakts. Frankfurter Adorno Vorlesungen 2007, Berlin 2010
Kranz,
Gisbert: Das Bildgedicht, 2 Bde., Köln / Wien 1981
Schmitz-Emans,
Monika: Die Literatur, die Bilder und das Unsichtbare. Spielformen
literarischer Bildinterpretation vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, Würzburg 1999
Simon,
Ralf: Der poetische Text als Bildkritik, München 2009
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
WiSe 1415
Dr.
Raß Michaela Nicole