Uni-München
14. März 2017Proseminar Die sprachliche Entwicklung bilingualer Kinder Erwerbswege Einflussfaktoren mehrsprachige Lebenswelten
Werden zwei Sprachen von Geburt an parallel erworben, spricht man von -doppeltem Erstspracherwerb (2L1)-; erfolgt der Erwerb der zweiten Sprache zeitlich versetzt bzw. sukzessiv zum Erstspracherwerb, spricht man von -frühem (sukzessivem) Zweitspracherwerb (sL2)-. Beide Erwerbstypen werden in der öffentlichen Wahrnehmung...
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Jetzt Lernplan erstellenWerden zwei Sprachen von Geburt an parallel erworben, spricht man von -doppeltem Erstspracherwerb (2L1)-; erfolgt der Erwerb der zweiten Sprache zeitlich versetzt bzw. sukzessiv zum Erstspracherwerb, spricht man von -frühem (sukzessivem) Zweitspracherwerb (sL2)-. Beide Erwerbstypen werden in der öffentlichen Wahrnehmung unterschiedlcih wahrgenommen: Der erste wird häufig mit einem doppelten Monolingualismus gleichgesetzt, während der zweite mitunter als defizitär gilt, insofern mit der Bezeichnung -Zweitsprache- häufig eine (noch defizitäre) Lernersprache assoziiert wird. Beide Typen lassen sich jedoch nicht derart pauschal unterscheiden; vielmehr wirft die Forschung zur kindlichen Mehrsprachigkeit Fragen auf, über deren Antworten in der Wissenschaft bisher (noch) kein Konsens herrscht.
Das Seminar setzt sich grundlegend mit der Frage auseinander, inwiefern sich der sL2-Erwerb vom 2L1 sowie L2-Erwerb abgrenzen lässt. Hierfür werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Erwerbstypen herausgearbeitet und auf die Sprachproduktion von bilingualen Kidnern übertragen sowie Konsequenzen für den Alltag (z.B. Fördermaßnahmen, individuelle und gesellschaftliche Ressourcen) erörtert.
Die Studierenden werden die theoretischen Grundlagen erarbeiten/wiederholen und (aktuelle) Studien zur frühen kindlichen Mehrsprachigkeit im Seminar vorstellen. Ein Ziel ist hier auch, die Möglichkeiten empirischer Forschung in diesem Bereich aufzuzeigen sowie die Interpretation von Sprachdaten in die eigene Argumentation aufnehmen zu können.
Regelmäßige und aktive Mitarbeit wird neben kooperativer Gruppenarbeit sowie guten Englischkenntnissen vorausgesetzt.
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 3 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Linguistik m/n/o/p- (WP 3.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1415
Wörfel Till Julian Nesta