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Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Drama im Sturm und Drang

Mit dem Sturm und Drang wird eine geistige Strömung innerhalb der Aufklärung im 18. Jh. bezeichnet, die nach dem gleichnamigen Drama (1776) von Friedrich Maximilian Klinger benannt ist. Anders, als die ältere Sturm-und-Drang-Forschung annahm, wird der Sturm und Drang heute...

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Mit dem Sturm und Drang wird eine geistige Strömung innerhalb der Aufklärung im 18. Jh. bezeichnet, die nach dem gleichnamigen Drama (1776) von Friedrich Maximilian Klinger benannt ist. Anders, als die ältere Sturm-und-Drang-Forschung annahm, wird der Sturm und Drang heute nicht mehr als Gegenbewegung zur Aufklärung gesehen, sondern vielmehr als gedankliche Weiterentwicklung und kritische Auseinandersetzung mit der Aufklärung. Aus dem Protest der jungen Sturm-und-Drang-Autoren, die eine alleinige Fokussierung des Menschen auf seinen Verstand ablehnen und für eine Verbindung zwischen Verstand und Gefühl plädieren, entwickelt sich rasch eine ernstzunehmende Ansammlung von Ideen, die noch viele weitere Epochen beeinflussen soll. Von allen Gattungen erhält das Drama im Sturm und Drang den größten Stellenwert. Den Kern der Dramenvielfalt bilden größtenteils konfliktträchtige Sujets, die zum Nachdenken über verklärte Moralvorstellungen, Standesdünkel oder den Konflikt des Individuums in der Gesellschaft anregen. Beeinflusst durch Lenz‘ sozialkritische Stücke und deren neue Umsetzung sowie allgemein durch die Auffassung eines Künstlergenies und die Vorliebe für Shakespeare konstruieren die Sturm-und-Drang-Autoren einen neuen Dramentypus, der auf die weitere Dramenproduktion in der Literaturgeschichte maßgeblichen Einfluss nehmen wird. Im Seminar sollen neben der Besprechung wichtiger Dramen dieser Zeit auch bedeutsame Aspekte des Sturm und Drang sowie der Analyse dramatischer Texte behandelt werden. Folgende Dramen werden im Seminar fokussiert: Goethe: -Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand- Lenz: -Die Soldaten- sowie -Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung- H.L. Wagner: -Die Kindermörderin- Klinger: -Sturm und Drang- Schiller: -Die Räuber- Einführende Literatur: Matthias Luserke: Sturm und Drang. Autoren – Texte – Themen. Bibliographisch ergänzte Ausgabe. Stuttgart 2010. Bemerkung LitWiss FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel SoSe 2013 Lehrveranstaltungspool FB 02 Germanistik/Deutsch Wille Lisa