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Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Einführung in die Romananalyse

Man kann die Annäherung an wissenschaftliche Gegenstände – in diesem Fall: an den Roman – stets auf unterschiedlichem Wege bewerkstelligen. Historisch ließen sich Genese und Evolution der Gattung ‚Roman‘ nachzeichnen; systematisch ließe sich letztere in Differenz zu und Überlappung mit...

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Man kann die Annäherung an wissenschaftliche Gegenstände – in diesem Fall: an den Roman – stets auf unterschiedlichem Wege bewerkstelligen. Historisch ließen sich Genese und Evolution der Gattung ‚Roman‘ nachzeichnen; systematisch ließe sich letztere in Differenz zu und Überlappung mit anderen Gattungen diskutieren; und beispielgebunden analytisch lassen sich einzelne Romane mittels verschiedenartiger Instrumente wissenschaftlich untersuchen. Wie der Seminartitel bereits kundtut, liegt das Hauptaugenmerk entschieden auf der letztgenannten Variante. Freilich werden wir uns randläufig auch mit der Entwicklungsgeschichte und dem Roman ‚als solchem‘ beschäftigen; doch das schlichte Ziel dieses Proseminars ist es, Sie mit den -grundlegende[n] Rahmenbedingungen, Strategien, Techniken und Strukturen des literarischen Erzählens- (Vogt 2008, S.10) vertraut zu machen, Sie mit erlernbarem Handwerkszeug auszustatten und mithin in die Lage zu versetzten, künftig in Eigenregie Romane – ganz gleich, wann, wo und von wem sie geschrieben worden sind – angemessen zu analysieren und zu interpretieren. Eine wichtige Erkenntnis sei vorab all denjenigen mitgeteilt, die im Irrglauben leben, ein Gedicht sei schwer, ein Roman leicht wissenschaftlich ‚abzuhandeln‘, da es bei diesem maßgeblich um inhaltliche, bei jenem hingegen um literarisch-formale Akzente gehe: -[J]ede Analyse eines Romantextes [muss] über eine möglichst genaue Bestimmung seiner Machart, seiner erzählerischen Funktionsweise erfolgen und gerade nicht über das, was auf den ersten Blick sein nacherzählbarer ‚Inhalt‘ zu sein scheint. Paraphrase wäre, auch bei Erzähltexten, Häresie.- (Bode 2005, S. 82; vgl. zur Unterscheidung von Lyrik- und Romananalyse auch ebd., S. XII/XIII). Zu Gebote stehen der literarisch ausgerichteten Romananalyse unter anderem folgende Einzelteile des Operationsbestecks: Symbolforschung, Raum- und Zeitkonzeption, -Kompositionsstrukturanalyse- (Schneider 2010, S. 36), Figurenzeichnung, Erzähltheorie, Stilistik, Lese(r)forschung, Kultursoziologie u. v. m. Nach einer theoretischen Grundierung werden wir anhand ausgewählter Romane – Ihre Mitsprache bei der Auswahl ist ausdrücklich erwünscht – die Analyseaspekte in der Praxis erproben. Zur Einführung empfohlen: Bode, Christoph: Der Roman. Eine Einführung. Tübingen und Basel: Francke 2005. Schneider, Jost: Einführung in die Romananalyse. 3., aktualisierte Auflage. Darmstadt: WBG 2010. Vogt, Jochen: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in Erzähltechnik und Romantheorie. 10. Auflage. München: Fink 2008. Bemerkung LitWiss Voraussetzungen Jeder und jede Seminarteilnehmer/in wird einen aktiven Beitrag zur Seminar­gestaltung leisten dürfen – sei es als Experte für einen Text, in Form eines einleitenden Kurzreferats oder mittels einer Rechercheleistung. Leistungsnachweis Alle handelsüblichen Leistungsnachweise, die Ihre Prüfungsordnung vorsieht, können in diesem Seminar erbracht werden: Hausarbeit, Klausur, Kolloquium. FB 02 Institut für Germanistik Jeder und jede Seminarteilnehmer/in wird einen aktiven Beitrag zur Seminar­gestaltung leisten dürfen – sei es als Experte für einen Text, in Form eines einleitenden Kurzreferats oder mittels einer Rechercheleistung. Alle handelsüblichen Leistungsnachweise, die Ihre Prüfungsordnung vorsieht, können in diesem Seminar erbracht werden: Hausarbeit, Klausur, Kolloquium. Uni Kassel SoSe 2013 Germanistik/Deutsch Deutsch Lehnert Nils