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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Elektronisches Arbeiten mit an elektronischen Texten von Theodor Fontane

Paradigmatisch für das Wissen der Welt stand immer schon die Literatur - als schriftlich fixiertes Archiv von Kultur. Nun sind es die digital erfassten, verschlagworteten, volltextindizierten schriftlich fixierten Texte,

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Paradigmatisch für das Wissen der Welt stand immer schon die Literatur - als schriftlich fixiertes Archiv von Kultur. Nun sind es die digital erfassten, verschlagworteten, volltextindizierten schriftlich fixierten Texte, 'die man halt über Google & Co findet'. Das Wissen der Welt - -...one click away!-? - ein Mythos?! Und: Wie gehen _Sie_ denn damit um? Einfach ausdrucken?? Digital Humanities ist ein Stichwort, das weiterführt - und zwar weg von der Bequemlichkeit des kritiklosen passiven Komsumierens technischer Angebote. Was man auch in den Geisteswissenschaften braucht, ist eine grundlegende Kenntnis der Mittel, die der Computer bereitstellt. Und man muss wissen, was Text am Computer überhaupt 'kann'; ebenso muss man wissen, was er _nicht_ kann. Dafür braucht man übrigens auch wissenschaftlich zuverlässige und trotzdem maschinenlesbare Texte - was auch immer das heißt. Wo kann der Rechner helfen? Was aber kann der Computer überhaupt und was kann er gut? - eigentlich nur: suchen, finden, zählen und ein bißchen malen. Unser Hauptanliegen wird sein, herauszufinden, wie wir das in seiner Aussage umdeuten und somit diese (sehr!) begrenzten Fähigkeiten für unsere geisteswissenschaftlichen Fragestellungensinnvoll 'missbrauchen/einsetzen können. Stichworte werden für uns deshalb sein: Regex, Text-Encoding und Whitespaces, Markup von Text und Information, Manipulation von Text in elektronischen Dokumenten, Extraktion von Informationen aus Texten elektronischer Dokumente, Suche in Texten und Korpora, rechnergestützte Visualisierung. Themen wie Textverarbeitung (Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten), Netzliteratur allgemein, Hypermedia, Recherche in Datenbanken etc. sollen in diesem Seminar allerdings nicht behandelt werden. Dazu werden wir in diesem Seminar folgendes machen: • Einführung in die Arbeit mit einem Texteditor (wie etwa NotePad++); Erarbeitung eines technischen Textbegriffes, Bekanntmachen mit Problemen von Text-Encoding (also: UTF8 & Co) • Einführung in -Reguläre Ausdrücke- und die Möglichkeiten, in unterschiedlichsten Programmen zu suchen/zu ersetzen. • Grundlegende Benutzung von Konkordanz-Software (wie AntConc), die u.a. auch RegEx einsetzen. • Einführung bspw. in die Skriptsprache PERL zur Extraktion und Manipulation von Texten aus Text-Dateien (txt, html, xml): String-Operationen in beliebigem Gewand, so auch bspw. mit GNU-Programmen wie grep, sed und awk. • Einsatz von Text-Markup zur Strukturierung von Information, Daten und Text und deren Visualisierung (HTML, CSS, XML) • ...nicht zuletzt: Einsatz und Übung dieser Methoden/Möglichkeiten anhand bekannter literarischer Texte und gängiger Fragestellungen aus der Literaturwissenschaft. Diese Anwendung soll an 'gut erschlossenen' Erzähl-Texten (wie beispielsweise dem Werk von Theodor Fontane) erfolgen. Es wird also zum einen eine Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Methoden der Erzähltext-Forschung als auch mit der Forschung zu den Texten selbst als auch mit den behandelten Texten an sich erforderlich sein. Fontane-Kenntnisse (Grundkenntnisse Texte und Kontexte!) werden also vorausgesetzt. Zur Sprache kommen u.a.: Erzählperspektive, Stiluntersuchungen, Gattungsfragen, Epochenzuweisungen, Personenkonstellation, Erzählzeit. Anmerkung zu grundsätzlichen Voraussetzungen: Die behandelten Themen haben weitgehende technische Aspekte (wiewohl z.B. die Kommilitonen in der Computerlinguistik oder der Informatik 'naturgemäß' über bessere Voraussetzungen und größere Technikaffinität verfügen). Somit sind erweiterte Computerkenntnisse (wie HTML-Grundkenntnisse, Bedienung von Text-Editoren, ja sogar Programmierkenntnisse z.B. in Perl oder Java) von großem Vorteil; wir arbeiten schließlich im Computerraum anhand praktischer Übungen. Zur Einschätzung: Wir arbeiten eher mit Excel als mit Word, eher auf der Kommandozeile als in einer GUI, eher mit einem Skript als mit einem Windows-Programm. Erschwerend: Die Programme, die wir benutzen, sind zum Teil englischsprachig. Des weiteren sind literaturwissenschaftliche Kenntnisse (Einführungskurs oder Proseminar) unabdingbar, schließlich ist geschriebene Sprache (vorranging deutschsprachige Literatur) der (Haupt-)Gegenstand der (deutschen) Philologie. Außerdem wird die Behandlung literaturwissenschaftlicher Fragen im Rahmen einer 'Computerphilologie' insgesamt eher empirischer als theoretischer Natur sein. Die Übernahme eines Thesenpapiers und seine Präsentation im Laufe des Kurses wird erwartet - ebenso selbstverständlich die regelmäßige Teilnahme. Raum: RU101 (K01 Windows-Raum), Schelling 3 RG Untergeschoss Dringend empfohlen: • Fotis Jannidis: Was ist Computerphilologie? In: Jahrbuch für Computerphilologie 1 (1999). Online unter http://computerphilologie.uni-muenchen.de/jahrbuch/jb1/jannidis-1.html • http://www.danielfett.de/internet-und-opensource,artikel,regulaere-ausdruecke • http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Humanities Bemerkung Computerraum RU101 (K01, Schellingstr. 3RG) Voraussetzungen Für die Computernutzung während des Kurses ist ein Account beim IT-Zentrum erforderlich (http://www.itz.fak13.uni-muenchen.de/ueber_uns/nutzerinneninfos/index.html) Leistungsnachweis Studierende des BA Nfs ‚Sprache, Literatur, Kultur’ Diese Veranstaltung entspricht WP 2.0.14/16/18/20. Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30–60 Min.) schreiben oder eine mündl. Prüfung (15–30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. Zielgruppe Prinzipiell steht der Kurs Studierenden aller philologischen Fachrichtungen offen. Anmeldung eine Bitte: Voranmeldung per E-Mail und kurze Beschreibung des eigenen Interesses an dem Seminar (an grelczak@lmu.de). Möglichst dabei auch ein paar Stichworte zu literaturwissenschaftlichem Werdegang (besuchte Kurse), besondere Fontane-Kenntnisse, besondere technische Kenntnisse und denkbare/gewünschte Schwerpunkte des Seminars. Ich frage aus reinem Interesse und zur besseren Vorbereitung! Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Für die Computernutzung während des Kurses ist ein Account beim IT-Zentrum erforderlich (http://www.itz.fak13.uni-muenchen.de/ueber_uns/nutzerinneninfos/index.html) Studierende des BA Nfs ‚Sprache, Literatur, Kultur’ Diese Veranstaltung entspricht WP 2.0.14/16/18/20. Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30–60 Min.) schreiben oder eine mündl. Prüfung (15–30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München WiSe 1415 Grelczak Gebhard