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Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Familie in Kinderliteratur und film

-Die Familie […] ist ein System. Jedes Mitglied hat seine Rolle zu spielen. Verändert sich die Situation des einen, muss sich notwendig auch die aller anderen verändern.- Diese Definition von Familie aus Kirsten Boies -Das Ausgleichskind- enthält bereits viele zentrale...

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-Die Familie […] ist ein System. Jedes Mitglied hat seine Rolle zu spielen. Verändert sich die Situation des einen, muss sich notwendig auch die aller anderen verändern.- Diese Definition von Familie aus Kirsten Boies -Das Ausgleichskind- enthält bereits viele zentrale Fragestellungen, die man an Familienbilder in der Literatur herantragen kann. Zumal es im aktuellen Kinderbuch selten um konfliktfreie und traditionelle Modelle geht, vielmehr werden alleinerziehende Elternteile und Patchworkfamilien vorgestellt, Probleme wie Vernachlässigung und Scheidung, aber auch Krankheit, Sucht und Tod angesprochen, dennoch sind diese Texte alles andere als reine Problemliteratur. Im Seminar soll es um zeitgenössische Familienbilder in der Kinderliteratur von Peter Härtling, Andreas Steinhöfel, Kirsten Boie und Christine Nöstlinger gehen, außerdem werden verschiedene Verfilmungen von Erich Kästners -Das doppelte Lottchen- verglichen. Dabei geht es die Frage nach den unterschiedlichen Familien-, aber auch Frauen- und Männer- sowie Eltern- und Kinderbildern, um Konflikt- und Kommunikationsverhalten, um Erziehungsstile und Rollenverhalten. Helmut Scheuer fasst das Verhältnis von Literatur und Lebenswelt pointiert zusammen: -Literatur schafft und vermittelt kulturelle Muster, sensibilisiert für veränderte Wahrnehmungsweisen und setzt uns jenen Fremdheitserfahrungen aus, die für unsere Selbstbestimmung so notwendig sind: Im Blick auf das andere bzw. den anderen lernen wir uns – über die Differenzerfahrung – besser kennen. Bei der zunehmenden Individualisierung unserer Lebenswelt muß der einzelne zudem lernen, andere Lebensstile als gleichberechtigt mit seinen zu akzeptieren – eine der schwierigsten Aufgaben in unserer komplexen Welt, wo die Sehnsucht nach eindeutigen Wertmustern gern zur Intoleranz verführt.- Im Seminar geht es vor allem um didaktische und methodische Aspekte sowie die Frage einer angemessenen unterrichtspraktischen Umsetzung. Der Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel kommt zu einer Seminarsitzung im Dezember und stellt sich der Diskussion zur Darstellung von Familie in seinen Kinder- und Jugendbüchern. Folgende Werke stehen auf dem Programm: • Erich Kästner: Das doppelte Lottchen • Christine Nöstlinger: Wir pfeifen auf den Gurkenkönig und Das Austauschkind • Kirsten Boie: Das Ausgleichskind oder Mit Kindern redet ja keiner • Peter Härtling: Das Hauskind • Andreas Steinhöfel: Paul Vier und die Schröders sowie Rico, Oskar und die Tieferschatten Bemerkung LitDid FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WiSe 2013/14 Germanistik/Deutsch Dr. Wicke Andreas