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Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Kindheit in Literatur und Film

Die Diskussion über Kindheit, die der in Cannes ausgezeichnete Film -Das weiße Band- (2009) ausgelöst hatte, war Anlass genug, die in Film und Literatur gestalteten Kindheitsmuster mit Studierenden, die in ihrem späteren Berufsleben sich mit Vorstellungen über Kindheit auseinandersetzen müssen,...

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Die Diskussion über Kindheit, die der in Cannes ausgezeichnete Film -Das weiße Band- (2009) ausgelöst hatte, war Anlass genug, die in Film und Literatur gestalteten Kindheitsmuster mit Studierenden, die in ihrem späteren Berufsleben sich mit Vorstellungen über Kindheit auseinandersetzen müssen, in einem Seminar zu analysieren. Da seit dem 18. Jahrhundert in den unterschiedlichen literarischen Medien Kindheit ein wichtiges Thema bildet, kann das Seminar nur exemplarisch auf literarische Kindheitsentwürfe eingehen. Kindheit in der Literatur um 1800 wird einen Schwerpunkt bilden; weitere Schwerpunkte werden gesetzt auf die -Zwischenkriegszeit- (einschließlich Exil) und die Zeit nach 1945. Es wird sich zeigen, wie unterschiedlich ja gegensätzlich -Kindheit- dargestellt wird. Da viele Kindheitsentwürfe bis heute Reaktionen, positive wie negative, auf eine rousseauistisch geprägte Auffassung von Kindheit darstellen, wird das Seminar nach dem Einstieg über -Das weiße Band- mit einem Auszug aus Rousseaus -Émile- beginnen. Bei den Literatur nach 1945 wird dokumentarische Literatur wie Anne Franks -Tagebuch- oder -Wir Kinder vom Bahnhof Zoo- ebenso einbezogen werden wie phantastische Literatur oder Literatur des -Kritischen Realismus-. Auf diese Weise soll deutlich werden, wie sehr Kindheit in der Literatur auch abhängig ist von literarischen und filmischen Genres. Ein Literaturverzeichnis wird bei moodle eingestellt. Zur einführenden Lektüre empfohlen wird jetzt bereits: - Rousseau: Èmile. Einleitung und Buch 1. (Reclam UB 106) - als Beispiel für Kindheitsentwurf um 1800: E.T.A. Hoffmann: Das fremde Kind. - als Beispiel für Kindheitsentwurf der Neuen Sachlichkeit: Kästner: Emil und die Detektive - Exil: Irmgard Keun: Kind aller Länder - NS-Verfolgung: Das Tagebuch der Anne Frank - nach 1945: Kästner: Das doppelte Lottchen - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WiSe 2010/11 Germanistik/Deutsch Deutsch Zweitfach Prof. i.R. Seibert Peter i.R