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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Lehrdichtung der Aufklärung

»Man kann bey jeder Dichtungsart dem Menschen nüzliche Lehren geben, und dem Verstand wichtige Wahrheiten einprägen; deswegen ist nicht jedes Gedicht, darin es geschieht, ein Lehrgedicht. Dieser Name wird einer besondern Gattung gegeben, die sich von allen andern Gattungen dadurch...

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»Man kann bey jeder Dichtungsart dem Menschen nüzliche Lehren geben, und dem Verstand wichtige Wahrheiten einprägen; deswegen ist nicht jedes Gedicht, darin es geschieht, ein Lehrgedicht. Dieser Name wird einer besondern Gattung gegeben, die sich von allen andern Gattungen dadurch unterscheidet, daß ein ganzes Systen von Lehren und Wahrheiten, nicht beyläufig, sondern als die Hauptmaterie im Zusammenhang vorgetragen, und mit Gründen unterstüzt und ausgeführt wird« (Johann Georg Sulzer: [Art.] Lehrgedicht. In: ders.: Allgemeine Theorie der schönen Künste. Bd. 2. Leipzig 1774, S. 688–691, hier S. 688). Für kaum eine andere Epoche lässt sich der Einfluss der (Natur-)Wissenschaften und deren Popularisierung auf die Literatur deutlicher konstatieren als für das Zeitalter der Aufklärung. Insbesondere in Deutschland bildete sich im Gefüge naturwissenschaftlicher, theologischer und philosophischer Lehren eine an der Physikotheologie orientierte hymnische Dichtung aus, welche einerseits um eine Aussöhnung zwischen religiösen Bedürfnissen und neuer Naturerkenntnis sich bemühte, andererseits jedoch wesentlich zur Verbreitung neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse beitrug. Ausgehend von Sulzers Definition der lehrenden Dichtung will das Seminar versuchen, die Charakteristika dieser vielfältigen Beziehungsgeflechte zwischen (Natur-)Wissenschaft und Literatur der Jahre 1720 bis 1780 zu verifizieren. Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. die Gedichtzyklen von Albrecht von Haller (Die Alpen) und Barthold Heinrich Brockes (Irdisches Vergnügen in Gott), der Blick soll jedoch auch auf die Lyrik Hagedorns, Günthers, Klopstocks, Goethes u.a. wie auch auf die Prosa etwa Johann Jakob Bodmers und Johann Gottfried Herders gelenkt werden. Literatur zur Einführung und Vorbereitung: Karl Richter: Literatur und Naturwissenschaft. München 1972; Hans-Georg Kemper: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit. Bd. 5/I: Aufklärung und Pietismus, Bd. 5/II: Die Frühaufklärung. Tübingen 1991; eine Lektüreliste folgt nach Anmeldung. Leistungsnachweis Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 Dr.phil. Roth Udo Dr.phil