Uni-München
14. März 2017Proseminar Linguistische Beschreibung Madagassisch
Madagassisch (besser: Malagasy) ist die westliche austronesische Sprache und wird von knapp 20. Mio. Menschen auf Madagaskar gesprochen, wo es neben Französisch Amts- und Staatssprache ist. Gewöhnlich wird der Zeitraum von 400-700 n.Chr. für die Einwanderung der Früh-Malagasy-Sprecher angenommen, wobei...
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Jetzt Lernplan erstellenMadagassisch (besser: Malagasy) ist die westliche austronesische Sprache und wird von knapp 20. Mio. Menschen auf Madagaskar gesprochen, wo es neben Französisch Amts- und Staatssprache ist. Gewöhnlich wird der Zeitraum von 400-700 n.Chr. für die Einwanderung der Früh-Malagasy-Sprecher angenommen, wobei als Herkunftsgebiet gewöhnlich Südborneo (Kalimantan) angesetzt wird. Die Frage, ob es (wie es die lokalen Traditionen behaupten) vor der Einwanderung eine Besiedlung der Insel gegeben hat und inwieweit diese vermutete Sprache das Malagasy beeinflusst hat, ist bis hgeute unbeantwortet geblieben. Das Malagasy , das gerne der dem östlichen Zweig der Barito-Gruppe des Malayisch-Polynesischen zugeordnet wird) hat eine Reihe von typisch austronesischen Sprachzügen gewahrt, wie sie sich etwa auch im Ma'anyan (Südborneo) finden. Andererseits hat die Sprache eine Vielzahl von idiosynkratischen Entwicklungen erfahren, die sie zu einer Sonderstellung innerhalb des Malayisch-Polynesischen gebracht hat. Hierzu hat auch eine Vielzahl von Lehnwörtern aus Bantu-Sprachen beigetragen. Malagasy ist markiert durch eine (akkusativische) VS / VOA-Wortstellung sowie durch eine stark analytische Morphosyntax, die mit rein morphologischen Verfahren besonders in der Verbalbildung konkurriert.
In der Veranstaltung soll (nach einem Überblick über die Geschichte Madagaskars und seiner Kulturgeschichte) in die Grundlagen des Malagasy eingeführt werden, wobei die Einarbeitung in die Synchronie der Sprache im Vordergrund steht. Die Veranstaltung soll dazu dienen, systematisch in die Dimension der ‚deskriptiven Sprachwissenschaft‘ einzuführen, also in Theorien, Methoden und Techniken der Sprachbeschreibung und Datenanalyse. Malagasy fungiert also als Datengrundlage, doch soll auch angestrebt sein, dass die TeilnehmerInnen eine Minimalkompetenz im sprachlichen Ausdruck erlangen (was für jede deskriptive Herangehensweise unerlässlich ist). Weiterhin steht die Typologisierung der madagassischen Sprachstrukturen im Vordergrund und - soweit wie möglich - eine Interpretation in kognitiv-linguistischer Hinsicht. Literatur wird zu Beginn des Semesters genannt. Der Strukturkurs kann ohne Voraussetzungen besucht werden. Freude am Kennenlernen einer exotischen Sprache wird aber erwartet.
C3-Professur für Allgemeine Sprachwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schulze)
BA HF Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft (P 7.0.4):
Klausur (60 Minuten) oder Hausarbeit (10.000 -max. 15.000 Zeichen) oder Thesenpapier (4.000 - max. 6.000 Zeichen).
Die Prüfungsform wird vom Dozenten festgelegt. Die Prüfung wird benotet. 3 ECTS.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 3 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Linguistik m/n/o/p- (WP 3.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS.
MA CCL (P 3.2):
Klausur, 80-120 min, oder Hausarbeit 44.000 - max. 56.000 Zeichen. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
Prof.Dr.
Schulze Wolfgang