Uni-Kassel
14. März 2017Proseminar Mittelalterbegeisterung und Mittelalterrezeption im Kreise der Brüder Grimm
Die Romantik gilt im Allgemeinen als Wiege der Mittelalterrezeption. Ein besonderer Verdienst wird dabei den Brüdern Grimm zugeschrieben, deren -Wiederentdeckung der mittelalterlichen Sprach- und Kulturdenkmäler [...] zahlreiche europäische Forscher [inspirierte], es den Brüdern gleichzutun und in ihren Ländern vergleichbare Unternehmungen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Romantik gilt im Allgemeinen als Wiege der Mittelalterrezeption. Ein besonderer Verdienst wird dabei den Brüdern Grimm zugeschrieben, deren -Wiederentdeckung der mittelalterlichen Sprach- und Kulturdenkmäler [...] zahlreiche europäische Forscher [inspirierte], es den Brüdern gleichzutun und in ihren Ländern vergleichbare Unternehmungen zu beginnen.- (Hans-Jörg Uther in Fritz Wagner: Zum Mittelalterbild der Brüder Grimm. Hamburg 2005, S.XI)
Doch die Mittelalterbegeisterung und die damit verbundene -beschäftigung auf die Zeit der Romantik zu begrenzen, wäre zu kurz gedacht. Schon im 17. Jahrhundert existiert ein – meist humanistisch motiviertes – Interesse an älterer Literatur und bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts zeichnet sich die Entwicklung ab, nicht nur die klassische Antike als Ausgangspunkt der europäischen Kultur zu erforschen, sondern den Blick auf den eigenen Ursprung zu richten, den man im Mittelalter anzusetzen glaubte. Man sammelt Objekte aus den Gotischen Zeiten, gräbt nach materiellen Denkmälern der eigenen Vergangenheit und sucht in Archiven und Bibliotheken nach mittelalterlichen Handschriften, schreibt sie ab, legt erste Editionen vor und liefert damit die Grundlagen für die Arbeit der Germanisten der ersten Stunde, für Wilhelm (1786-1859) und Jakob Grimm (1785-1863), Karl Lachmann (1793-1851) usw.
Die Strömungen und Arten der Beschäftigung sowie die Aufnahme, Verarbeitung und Transformation der historischen und/oder literarischen Stoffe und Motive sind dabei weitläufig und vielseitig. Dies macht es besonders spannend sich einmal näher mit den diachronen wie synchronen Entwicklungen der Mittelalterrezeption – beginnend in der Zeit der Aufklärung und schwerpunktsetzend in der Zeit der Grimms – auseinander zu setzen. Dazu soll im Seminar basierend auf rezeptionstheoretischen Überlegungen sowie quellenbasierten Recherchen die Vielfalt wissenschaftlicher, produktiver und reproduktiver Mittelalterrezeption sowie die Abstufungen zwischen literarischer Adaption und Innovation untersucht werden.
FB 02 Institut für Germanistik
Eine regelmäßige, aktive Teilnahme am Seminar ist Voraussetzung für den Erwerb von Teilnahme- und Leistungnachweisen. Die Leistungsnachweise sind gemäß der jeweiligen Modulprüfungsordnung zu erbringen.
Uni Kassel
WiSe 2012/13
Germanistik/Deutsch
Inder Annekatrin