Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Neuer Deutscher Film

-Papas Kino ist tot- proklamierten 1962 sechsundzwanzig zornige junge Filmmacher in dem Oberhausener Manifest, das im Laufe der Zeit zum Gründungsmythos des Neuen Deutschen Films deklariert wurde. Sie wandten sich damit gegen ein in ihren Augen verödetes und intellektuell marodes...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
-Papas Kino ist tot- proklamierten 1962 sechsundzwanzig zornige junge Filmmacher in dem Oberhausener Manifest, das im Laufe der Zeit zum Gründungsmythos des Neuen Deutschen Films deklariert wurde. Sie wandten sich damit gegen ein in ihren Augen verödetes und intellektuell marodes Kino der Wirtschaftswunderzeit, dem sie ihre Visionen des neuen deutschen Filmes, der sich gegen etablierte Interessen richten sollte und mit dem man eine dynamische, kreative und intellektuelle Erneuerung anstrebte, entgegensetzten. Die Ästhetik und Narrativik der Filme sind in dieser Stilepoche höchst differenziert, weisen jedoch auch Ähnlichkeiten auf, da immer populäre und konventionelle filmische Erzählstrategien durchbrochen und hinterfragt werden. Das Seminar wird zuerst einmal die filmhistorische Einordnung des Neuen Deutschen Films diskutieren. Weiterhin werden die frühen Vorläuferfilme des Neuen Deutschen Films behandelt, zu denen meist Literaturverfilmung wie: -Das Brot der frühen Jahre- (Böll), oder -Der junge Törless- (Musil) zählen, um sich anschließend und im Vergleich dazu den Filmen der späteren Stars der Stilepoche: Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Wim Wenders zu widmen. Das Seminar wird dabei einen Schwerpunkt auf den Autor und Filmemacher Rainer Werner Fassbinder legen, da das Frankfurter Filmmuseum Fassbinder gerade mit einer Sonderausstellung, in der die Aktualität seiner Filme fokussiert wird, würdigt, zu der eine Tages-Exkursion mit dem Seminar geplant ist. Neben den männlichen Stars, man erkennt schon, dass auch der Neue Deutsche Film noch einer patriarchalischen Grundkonstellation unterliegt, wird das Seminar auch versuchen auf die wenigen Regisseurinnen und dessen Filme aufmerksam zu machen. (Helma Sanders- Brahms -Deutschland, bleiche Mutter-, Jutta Brückner -Hungerjahre-). Lektüreempfehlungen: Neuer Deutscher Film: (Stilepochen des Films) Norbert Grob (Herausgeber). Reclam: 2012. Fassbinder-Ausstellung in Frankfurt am Main: http://deutsches-filminstitut.de/filmmuseum/ausstellungen/sonderausstellung/fassbinder-jetzt/ Bemerkung LitWiss FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WiSe 2013/14 Germanistik/Deutsch Piper Jana