Uni-München
17. Juli 2017Proseminar Römische Heiligtümer
Römische Heiligtümer Eine wichtige Quelle für unser Verständnis antiker Kulturen sind ihre Heiligtümer und Gottheiten. Für die römische Kultur gilt beispielsweise die kapitolinische Trias Iuppiter, Iuno und Minerva als typisch. Für Götter wurden Tempel und Altäre errichtet sowie Weihgeschenke dargebracht....
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Jetzt Lernplan erstellenRömische Heiligtümer
Eine wichtige Quelle für unser Verständnis antiker Kulturen sind ihre Heiligtümer und Gottheiten. Für die
römische Kultur gilt beispielsweise die kapitolinische Trias Iuppiter, Iuno und Minerva als typisch. Für Götter wurden Tempel und Altäre errichtet sowie Weihgeschenke dargebracht. Die heiligen Bezirke sahen ganz verschiedenartig aus. Eine naturbelassene Höhle konnte ebenso wie ein durchstrukturierter Baukomplex Ort für Kulthandlungen sein. Die ganz unterschiedlichen Profile machen Heiligtümer zu einem besonders reizvollen Untersuchungsgegenstand für die Archäologie, da anhand der materiellen Hinterlassenschaften – unter Miteinbeziehung der epigraphischen und literarischen Quellen – vielschichtige Informationen zur antiken Lebenswelt gewonnen werden können.
In dem Seminar sollen anhand von ausgewählten Beispielen drei Gebiete in den Blick genommen werden:
• Die Stadt Rom und ihre Sakraltopographie von den Anfängen bis in die Kaiserzeit;
• Heiligtümer auf dem italischen Festland während und nach der römischen Expansion;
• Heiligtümer in der ersten römischen Provinz Sicilia.
Die Themen sollen in Referaten vorgestellt werden, in denen die jeweilige Befundsituation beschrieben und analysiert wird. Auf diese Weise sollen im Seminar die Grundlagen der architektonischen Gestalt römischer Tempel und Heiligtümer erarbeitet und darauf aufbauend Fragen nach den rituellen Handlungen gestellt werden. Daneben geht es aber auch um die übergreifende Kontextualisierung von sakralen Räumen beispielsweise in politischer und urbanistischer Hinsicht.
Einführende Literatur:
R. Delbrueck, Hellenistische Bauten in Latium, 2 Bd. (Straßburg 1907–1912); P. Zanker (Hrsg.) Hellenismus in Mittelitalien. Kolloquium in Göttingen vom 5. bis 9. Juni 1974 (Göttingen 1974); P. Gros, L’architecture romaine du début du IIIème siècle av. J.-C. À la fin du Haut-Empire I: Les monuments publics (Paris 1996); T. Mattern, -Vielheit und Einheit-. Zu Erscheinungsbild und Wirkung römischer Tempelarchitektur, BJb 199, 1999, 1–30; J. Rüpke, Die Religion der Römer: Eine Einführung (München 2001); A.-K. Rieger, Heiligtümer in Ostia (München 2004); J. W. Stamper, The Architecture of Roman Temples. The Republic to the Middle Empire (Cambridge 2005); H. v. Hesberg, Römische Baukunst (München 2005) 78–107; P. Schollmeyer, Römische Tempel. Kult und Architektur im Imperium Romanum (Mainz 2008); J. Rüpke (Hrsg.), A Companion to Roman Religion (Malden 2011); M. Boos, Heiligtümer römischer Bürgerkolonien. Archäologische Untersuchungen zur sakralen Ausstattung republikanischer
coloniae civium Romanorum, Internationale Archäologie 119 (Rhaden/Westf. 2011); V. Rosenberger, Religion in der Antike (Darmstadt 2012); M. Jehne – B. Linke – J. Rüpke (Hrsg.), Religiöse Vielfalt und soziale Integration. Die Bedeutung der Religion für die kulturelle Identität und die politische Stabilität im republikanischen Italien (Heidelberg 2013); R. B. Ulrich – C. K. Quenemoen (Hrsg.), A Companion to Roman Architecture (Malden 2014).
W3-Professur für Klassische Archäologie (Univ. Prof. Dr. Stefan Ritter)
BA HF Archäologie:
Der Leistungsnachweis wird über ein Referat (6 ECTS) ODER ein Referat und eine Hausarbeit (9 ECTS) erbracht.
BA NF Antike und Orient (Blockveranstaltung: Seminar+VL)
Referat (6 ECTS) im Seminar (keine separate Prüfung in der VL!!!)
LMU München
WiSe 1415
Dr.
Schröder Thoralf