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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Sprache und Perspektivität

-Der Perspektivitätsbegriff ist […]sehr gut dazu geeignet, auf nachvollziehbare Weise klarzustellen, dass die Sprache letztlich nicht dazu dient, Realität abzubilden, sondern sie von bestimmten Sehepunkten her aspektuell zu erschließen.- (aus: Wilhelm Köller (2004): Perspektivität und Sprache. Zur Struktur von Objektivierungsformen...

Was lernst du wirklich?

In diesem Proseminar tauchst du tief in das Konzept der Perspektivität ein und lernst, wie Sprache nicht nur die Realität abbildet, sondern unsere Wahrnehmung aktiv formt. Du untersuchst, wie verschiedene sprachliche Phänomene – von Metaphern bis zur Ironie – unsere Sichtweisen beeinflussen und wie Sprache und Denken untrennbar miteinander verbunden sind. Ziel ist es, den Perspektivitätsbegriff für die Linguistik nutzbar zu machen und seine Relevanz in verschiedenen Sprachbereichen zu verstehen.

Das wirst du lernen

  • Du verstehst, wie Sprache unsere Wahrnehmung der Realität nicht nur abbildet, sondern aktiv mitgestaltet.
  • Du kannst den Zusammenhang zwischen sprachlicher Perspektivität, Denken und verschiedenen sprachphilosophischen Theorien erläutern.
  • Du identifizierst und analysierst Perspektivität in konkreten Sprachphänomenen wie Metaphern, Ironie oder Erzählformen.
  • Du entwickelst ein kritisches Bewusstsein für die verschiedenen "Sehpunkte", die durch Sprache vermittelt werden.
  • Du kannst linguistische Konzepte nutzen, um die Rolle von Perspektivität in der Kommunikation zu bewerten.

Passende Berufsfelder

Journalismus und Medien (für präzise und wirkungsvolle Kommunikation)Marketing und PR (um Zielgruppenperspektiven zu verstehen und anzusprechen)Bildung und Didaktik (zur Vermittlung komplexer Inhalte und Perspektivwechsel)Sprachforschung und Linguistik (für tiefgehende Analysen von Sprachstrukturen)Kultur- und Kommunikationswissenschaften (zur Analyse gesellschaftlicher Diskurse)

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Offizielle Kursbeschreibung

-Der Perspektivitätsbegriff ist […]sehr gut dazu geeignet, auf nachvollziehbare Weise klarzustellen, dass die Sprache letztlich nicht dazu dient, Realität abzubilden, sondern sie von bestimmten Sehepunkten her aspektuell zu erschließen.- (aus: Wilhelm Köller (2004): Perspektivität und Sprache. Zur Struktur von Objektivierungsformen in Bildern, im Denken und in der Sprache. Berlin: de Gruyter) Der Begriff Perspektivität stammt ursprünglich aus dem Bereich der visuellen Wahrnehmung. Perspektivität ist aber nicht nur in der Struktur des menschlichen Wahrnehmungsvermögens, sondern auch in den Repräsentationsformen für unsere Welterfahrung verankert. Als grundlegende semiotische Kategorie prägt Perspektivität alle kulturellen Zeichenbildungen. Eine Untersuchung der Perspektivitätsproblematik in der Sprache ist deshalb so interessant, da Sprache das wohl wichtigste vom Menschen entwickelte Zeichensystem darstellt und weil uns die durch Sprache vermittelten Wahrnehmungsperspektiven in der Regel wesentlich weniger zugänglich sind, als dies beispielsweise bei Bildern der Fall ist. Im Seminar soll erarbeitet werden, wie der Perspektivitätsbegriff für die Linguistik nutzbar gemacht werden kann. Auf Basis ausgewählter sprachphilosophischer und linguistischer Theorien, die implizit oder explizit auf das Konzept der sprachlichen Perspektivität Bezug nehmen, wird dabei u.a. der Zusammenhang von Sprache, Perspektivität und Denken diskutiert. Zugleich werden exemplarisch verschiedene Bereiche der Sprache (z.B. mentales Lexikon und mentale Grammatik, Deiktika, Metaphern, Lüge und Ironie, Erzählformen und Textsorten) untersucht, in denen Perspektivität eine zentrale Rolle spielt. Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik, alle modularisierten Lehrämter Deutsch und Deutsch als Zweitfach im B.A./M.A. Berufliche Bildung und im B.A. Wirtschaftspädagogik: Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet (Ausnahme: Wird diese Veranstaltung im Freien Bereich eines Lehramtsstudiengangs geprüft, dann wird sie nur mit bestanden/nicht-bestanden bewertet). B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 3 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Linguistik m/n/o/p- (WP 3.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 Fakultät für Sprach und Literaturwissenschaften