Uni-München
14. März 2017Proseminar Sprachtypologie und Kognition II Kasus
In dieser Veranstaltung soll einer der zentralsten Parameter der Sprachtypologie und diverser Syntaxtheorien, nämlich
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Jetzt Lernplan erstellenIn dieser Veranstaltung soll einer der zentralsten Parameter der Sprachtypologie und diverser Syntaxtheorien, nämlich 'Kasus' besprochen werden. Unter Kasus kann semasiologisch eine bestimmte Klasse von Konstruktionen (Morpheme; Lexeme; die Kombination aus beiden; seltener Prosodeme) verstanden werden, die allerdings höchst heterogene syntaktische und semantische Wirksamkeiten haben kann. Onomasiologisch hadenlt es sich um eine kognitiv bzw. über Petrifzierungprozesse rein sprachhistorisch begründete Strategie zur 'Verdeutlichung' mehr oder minder spezifischer, relationaler Beziehungen zwischen Referenten (als Nominalphrasen) innerhalb von Äußerungen (als 'Sätzen') oder zwischen Äußerungen an sich, sofern diese referentiell 'gelesen' werden (e.g. Subordination). Zwar wird sich das Seminar vornehmlich auf diesen Verdeutlichungsaspekt beziehen, der unter dem Rubrum 'relationale Echos' gefasst werden kann und der in Opposition zu 'referentiellen Echos' am Verb tritt (Kongruenz), doch soll in einem ersten Schritt eine typologische Sichtung der Kasus-Paradigmatik aus formaler Sicht erfolgen, bevor dann Schritt für Schritt in die Konsttruktionstypologie, d.h. in die Beziehung von 'Form' und 'Semantizität' von Kasus eingeführt wird. Von besonderer Bedeutung wird auch die Frage der Interaktion von 'Kasus' mit anderen Kategorien sein (Numerus, Klasse/Sexus/Genus, Personalität, referentielle Hierarchien usw.). Zugleich soll der Frage nach zugrundeliegenden Grammatikalisierungsprozessen (Woher stammen 'Kasus-Marker') ebenso nachgegangen werden wie der Frage, welche semantischen Prozesse für Kasus-Konstruktionen erschlossen werden können (Metonymisierung, Metaphorisierung).
C3-Professur für Allgemeine Sprachwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schulze)
BA HF AIS (P 11.2.3):
Klausur (60 min) oder Thesenpapier (ca. 4.500 Zeichen). Die Prüfung wird mit -bestanden / nicht bestanden- bewertet. 3 ECTS.
Es kann eine weiterführende Hausarbeit geschrieben werden, die in der Übung -Vermittlungskompetenz II- eingebracht und dort bewertet wird. Siehe dort.
Spezielle Vorgaben: Siehe unter -Kommentar-
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 3 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Linguistik m/n/o/p- (WP 3.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS.
LMU München
SoSe 2015
Prof.Dr.
Schulze Wolfgang