Uni-Kassel
14. März 2017Proseminar Theater und Presse der spanischen Aufklärung
In der spanischen Geschichte gilt das 18. Jahrhundert als zentrale Epoche ökonomischer, technologischer sowie kultureller Reformen. Im Sinne des Zivilisationsparadigmas propagieren die spanischen Aufklärer umfangreiche Reformbestrebungen, die von der Bourbonen-Regierung in weiten Teilen getragen bzw. umgesetzt werden. Diese Reformbestrebungen betreffen...
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Jetzt Lernplan erstellenIn der spanischen Geschichte gilt das 18. Jahrhundert als zentrale Epoche ökonomischer, technologischer sowie kultureller Reformen. Im Sinne des Zivilisationsparadigmas propagieren die spanischen Aufklärer umfangreiche Reformbestrebungen, die von der Bourbonen-Regierung in weiten Teilen getragen bzw. umgesetzt werden. Diese Reformbestrebungen betreffen auch das spanische Theater. Es gewinnt als Feld der literarischen Produktion von Nationalkultur und als Institution didaktischer Kulturvermittlung kulturpolitische Relevanz. Ebenso entwickelt sich die Presse dieser Zeit zu einem Medium, das die Reformen und den damit einhergehenden normativen Wandel verbreitet und diskutiert.
Diese Reformen gehen zunächst mit einer Abkehr von kulturellen und literarischen Traditionen einher, die sich auf verschiedenen Ebenen (Poetik, Ästhetik, Brauchtum, Alltagskultur etc.) äußert, der jedoch im weiteren Verlauf des Jahrhunderts neue Traditionen gegenüber gestellt werden.
Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel dieses Proseminars darin, in einer exemplarischen Auswahl an Dramen- und Pressetexten sowohl das darin enthaltene Reformdenken als auch die sich darstellende Reform-Kritik einer Analyse zu unterziehen und sie auf ihr Verhältnis zu alten und neuen Traditionen hin zu befragen. Es soll untersucht werden, inwieweit Reform und Tradition in den Texten als Bestandteile eines Reformdiskurses gelesen werden können und an welchen Stellen Kritik an oder Gegenpositionen zu diesem Reformdenken in Erscheinung treten. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, ob Reform und Tradition als Bestandteile kollektiver Identitäten des Spaniens jener Epoche angesehen werden können.
FB 02 Institut für Romanistik
Uni Kassel
WiSe 2015/16
Lehrveranstaltungspool FB 02
Möller Beate