Uni-München
14. März 2017Proseminar Theatrale Autobiographik Christoph Schlingensiefs letzte Inszenierungen Theater analysieren Zorn
In diesem Proseminar werden die Teilnehmer/innen mit den einschlägigen Verfahren der Inszenierungs- bzw. Aufführungsanalyse vertraut gemacht. Die methodischen und terminologischen Grundlagen der Analyse von Text- und Musiktheater, Tanz, Performance sowie Film werden anhand von exemplarischen Aufführungen bzw. theatralen Ereignissen vermittelt...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Proseminar werden die Teilnehmer/innen mit den einschlägigen Verfahren der Inszenierungs- bzw. Aufführungsanalyse vertraut gemacht. Die methodischen und terminologischen Grundlagen der Analyse von Text- und Musiktheater, Tanz, Performance sowie Film werden anhand von exemplarischen Aufführungen bzw. theatralen Ereignissen vermittelt und erörtert. In der ersten Hälfte des Seminars liegt das Schwergewicht auf der Schulung von Wahrnehmung komplexer theatraler Codes, die erkannt, zueinander in Beziehung gesetzt und dann erst in ihrer Sinnstiftung erfasst werden müssen.
Da die Analyse von Aufführungen zu den komplexesten Aufgabenstellungen der Theaterwissenschaft gehören und somit intensive Auseinandersetzung mit nur wenigen Beispielen geraten ist, werden in den einzelnen Seminaren nicht alle Theaterformen behandelt. Die Auswahl der Inszenierungen, die in den einzelnen Proseminaren besprochen werden, gibt den Studierenden Gelegenheit, nach Interessenlage ihre Schwerpunkte zu wählen.
Da die Teilnehmerzahl der einzelnen Proseminare begrenzt ist, kann eine Umverteilung auf freie Plätze in Proseminare mit anderen Schwerpunkten ist möglich.
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Zur Methodik der Inszenierungsanalyse gibt es zwei kursübergreifende Begleit-Tutorien -Queer Performances - Inszenierungsanalyse- und -The Nolan-verse and its Simplicity? Filmanalyse- zur Vertiefung, Ergänzung und Übung inkl. gemeinsamer Theaterbesuchen.
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Theatrale Autobiographik Christoph Schlingensiefs letzte Inszenierungen
Ausgehend von seiner Krebserkrankung unternahm Christoph Schlingensief in seinen letzten Bühnenarbeiten eine existentielle Spurensuche, in der sich die Beschreibung des selbst Erfahrenen und die Rückschau auf sein künstlerisches Schaffen mit Reflexionen über das Sterben an sich vermischten. Die Ambivalenz dieser theatralen Autobiographik zeigt sich allein daran, dass der Regisseur sich selbst zum Sujet der Inszenierungen machte und daran seinen Anspruch einer Selbstlegitimation knüpfte, unterdessen jedoch auf unterschiedlichsten medialen Wegen fortwährend in die Fragmente dieses Selbst zerstob und paradoxerweise auf theatral-medialer Ebene ungreifbar blieb. Im Zentrum des Proseminars steht die Analyse dieser spezifischen theatral-medialen Selbstinszenierung. Daran sind zugleich grundlegende Fragen einer Ästhetik des Intermedialen geknüpft. Um die Spezifik von Schlingensiefs Ästhetisierung seiner selbst herauszuarbeiten, wird seine theatrale Autobiographik darüberhinaus auf ihre Vorläufer aus dem Umfeld der Performance sowie ihre literarischen und medialen Fluchtpunkte zurückgeführt.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Leistungsnachweis BA Theaterwissenschaft und BA Kunst, Musik, Theater:
• Referat (ca. 15 Minuten)
• Hausarbeit (9000-12000 Zeichen)
6 ECTS
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Zorn Johanna