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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Von Zaubersteinen fliegenden Teppiche und phantastischen Fahrten Das Universum der Märchensagas

Um 1300 entstand auf Island mit den Märchensagas ein neues Subgenre der Sagaliteratur, in dem Material aus der kontinentaleuropäischen Artusepik und höfischen Literatur mit einheimischen nordgermanischen Traditionen, aber auch mit byzantinischen und orientalischen Versatzstücken sowie Elementen aus Wandermärchen und mittellateinischer...

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Um 1300 entstand auf Island mit den Märchensagas ein neues Subgenre der Sagaliteratur, in dem Material aus der kontinentaleuropäischen Artusepik und höfischen Literatur mit einheimischen nordgermanischen Traditionen, aber auch mit byzantinischen und orientalischen Versatzstücken sowie Elementen aus Wandermärchen und mittellateinischer Novellistik auf eigentümliche, nicht selten bizarre Art und Weise zusammenfließen. So handeln diese Geschichten etwa von Helden, die vorzugsweise Sigurd heißen und nicht nur Drachenkämpfe zu bestehen haben und Jungfrauen erwerben – das ist aus der eddischen Nibelungendichtung altbekannt –, sondern sich auch mit Zaubersteinen und -spiegeln, magischen Schachbrettern und fliegenden Teppichen konfrontiert sehen oder wunderbare Reisen bis nach Indien unternehmen. Die Forschung begegnet diesen Texten, die in Anzahl und Masse der erhaltenen Handschriften die ‚klassische‘ altnordische Literatur um ein Vielfaches übersteigt, traditionell mit einer Mischung aus Geringschätzung, die sich aus dem Vorwurf der Trivialität und des Schematismus speist, und Ratlosigkeit; letztere spiegelt sich schon in der sehr unklaren Terminologie (originale Riddarasögur, Fornsögur Suðrlanda, lygisögur, stjúpmœðrasögur, ævintýrasögur, romances), die zur Beschreibung dieses Genres verwendet wird. Das Seminar will anhand der Analyse und Interpretation einer Auswahl von Texten in die Gattung der Märchensagas einführen und zugleich zentrale Methoden der allgemeinen und mediävistischen Literaturwissenschaft (Narratologie, Strukturalismus, Komparatistik, Stoff- und Motivforschung etc.) erproben. Die relevanten Primärtexte werden zu Semesterbeginn in einem Reader zugänglich gemacht. Isländische Märchensagas. Hrsg. von Jürg Glauser und Gert Kreutzer. Darmstadt 1998 (Primärtexte in Übersetzung); Glauser, Jürg: Isländische Märchensagas. Studien zur Prosaliteratur im spätmittelalterlichen Island. Basel 1983 (Standardwerk der Forschungsliteratur). Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Samsons saga - Übersetzung.pdf Samsons saga fagra Übersetzung Simek Remundar saga Übersetzung.pdf Remundar saga Übersetzung Flores Saga - Handout.pdf Handout Spiel/Rock Zum Download müssen Sie angemeldet sein! LMU München SoSe 2015 Nordistik Department I Germanistik Komparatistik Nordistik Deutsch als Fremdsprache