Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Ulrich von Liechtenstein Frauendienst
Ulrichs von Liechtenstein ‚Frauendienst‘ steht in der Literaturlandschaft des 13. Jahrhunderts wahrhaft einzigartig dar: eine Mischform aus Erzähltext und (über 50!) eingefügten Liedern, ein ‚Medienlabor‘, ein autobiographischer Ritterroman, der nicht in einer phantastischen Artus-Welt, sondern im Kärnten und der Steiermark...
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Jetzt Lernplan erstellenUlrichs von Liechtenstein ‚Frauendienst‘ steht in der Literaturlandschaft des 13. Jahrhunderts wahrhaft einzigartig dar: eine Mischform aus Erzähltext und (über 50!) eingefügten Liedern, ein ‚Medienlabor‘, ein autobiographischer Ritterroman, der nicht in einer phantastischen Artus-Welt, sondern im Kärnten und der Steiermark der 1220er bis 1250er Jahre spielt. Ulrich erzählt von seinem jahrzehntelangem Dienst für eine Dame, davon, wie er Turniere bestritten und Selbstverstümmelungen über sich ergehen gelassen habe – alles zu Ehren seiner Dame. Der Roman nimmt die Metaphern des höfischen Minnediskurses, wie sie v.a. im Minnesang ausgeprägt worden waren, wörtlich und setzt sie in Handlung um. Das führt nicht selten zu komischen und grotesken Szenen und macht die Lektüre der ca. 15.000 Verse ausgesprochen amüsant. Im Seminargespräche werden unter anderem die mediale Vielfalt der Kommunikation im Zentrum stehen (Nachrichten werden über Boten, Briefe, öffentliche Verlautbarung übertragen, Lieder werden zu wahren Gassenhauern), daneben die Versatzstücke komischer und schwankhafter Minnebegegnungen (Ulrich gelangt als Aussätziger getarnt zu seiner Dame, muss sich in einem Korb ins Frauengemach hochziehen lassen, kann nach einer Liebesnacht die Kemenate nicht mehr verlassen) und die den Verkleidungsspielen vorausgesetzten Spiel- und Fiktionalitätskonzepte (Ulrich unternimmt, zu Ehren seiner Dame, zwei Turnierfahrten, einmal als Frau Venus, dann als König Artus verkleidet) und Fragen zum Minnesang in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Textausgabe:
Ulrich von Liechtenstein: Frauendienst. 2., durchgesehene und verbesserte Auflage. Hg. von Franz Viktor Spechtler. (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 485) Göppingen 2003.
Eine umfassende Einführung bietet: Sandra Linden, Christopher Young (Hg.): Ulrich von Liechtenstein. Leben – Zeit – Werk – Forschung. Berlin, New York 2010.
Voraussetzungen
Neben der Bereitschaft zu regelmäßiger, aktiver Teilnahme wird die Übernahme eines Referats bzw. einer Sitzungs-‚moderation‘ erwartet.
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
HS Frauendienst - Ankündigungen.doc HS Frauendienst - Ankündigungen, Literaturhinweise
HS Frauendienst - Seminarprogramm.doc HS Frauendienst - Seminarprogramm 24.10.
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Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Neben der Bereitschaft zu regelmäßiger, aktiver Teilnahme wird die Übernahme eines Referats bzw. einer Sitzungs-‚moderation‘ erwartet.
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
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PD Dr.
Mohr Jan