Uni-Siegen
14. März 2017Queer yourself ie
Immer wieder werden digitale Selbstdarstellungspraktiken im Netz zu queeren Interventionen, um gegen den Heterosexismus und für die Vielfalt der Menschen und Geschlechtsidentitäten einzutreten. -Zentrales Anliegen [von Queer als wissenschaftlichem Projekt] ist, Sexualität ihrer vermeintlichen Natürlichkeit zu berauben und sie als...
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Jetzt Lernplan erstellenImmer wieder werden digitale Selbstdarstellungspraktiken im Netz zu queeren Interventionen, um gegen den Heterosexismus und für die Vielfalt der Menschen und Geschlechtsidentitäten einzutreten. -Zentrales Anliegen [von Queer als wissenschaftlichem Projekt] ist, Sexualität ihrer vermeintlichen Natürlichkeit zu berauben und sie als ganz und gar von Machtverhältnissen durchsetztes, kulturelles Produkt sichtbar zu machen- (Jagose 2001:11). So tauchten nach der gesetzlichen Legitimation der Homo-Ehe in den USA im Juni 2015 zahlreiche Facebook-Nutzer ihr Profilfoto in die Farben des Regenbogens – ‚dem Symbol’ der LGBTQIA – und solidarisierten sich damit visuell mit der queeren Community. Queere Darstellungsformen sind demnach nicht auf spezifische Plattformen und Foren beschränkt, sondern finden ihren Weg in die breite Netzöffentlichkeit und werden so zum Politikum. Doch welche Bildstrategien verfolgen Netz-Aktivisten_innen, um gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von LGBTQIA -Personen vorzugehen? Welche Rolle spielen diesbezüglich jugend- und subkulturelle Stile? Und welchen Stellenwert haben queere Visualisierungen für die gesellschaftspolitische Anerkennung aller Lebensformen jenseits der Heteronormativität?
Das Seminar fokussiert auf die Visuelle Kultur der queeren Community und arbeitet die politische Dimension digitaler Selbsttechnologien heraus. Wir befassen uns theoretisch mit Queer Theory & Visual Culture, Performativität und erproben Methoden der virtuellen Ethnographie, um ein ‚Rüstzeug’ für die Medienanalyse queerer Darstellungsformen zu erarbeiten.
Zur Vorbereitung können Sie sich schon einlesen:
Degele, Nina (2008): Gender, Queer Studies. Eine Einführung, Fink: Paderborn.
Kaufmann, Vincent (2014): Das öffentliche Ich, transcript: Bielefeld.
Kraß, Andreas (2009): Queer Studies in Deutschland, trafo: Berlin.
Loist, Skadi (2013): Sexy Media? Gender-, Queertheoretische Analysen in den Medien- und Kommunikationswissenschaften, transcript: Bielefeld.
Paul, Barbara/Schaffer, Johanna (2009): Mehr(wert) queer: Visuelle Kultur, Kunst und Gender- Politiken, transcript: Bielefeld.
Paulitz, Tanja (2012): Subjektivierung 2.0, Springer: Wiesbaden.
Richard, Birgit (2010): Flickernde Jugend – rauschende Bilder, Campus Verlag: Frankfurt a.M.
Medienwissenschaftliches Seminar
Interesse an Gender- und Queerforschung sowie digitaler Selbstdarstellungspraktiken als medienkulturwissenschaftliches Forschungsfeld.
Das Seminarprogramm wird in der 1. Sitzung vorgestellt. 6 KP können durch die Mitarbeit in einer Expertengruppe (3 KP) und eine eigenständige Hausarbeit (3 KP) erworben werden.
Universität Siegen
20152 WiSe 2015/16
M.A.
Austermann Julia M.A