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Uni-Siegen
14. März 2017

Räumlichkeit des Medialen Infrastrukturen Architekturen Netzwerke

Eine wesentliche Funktion von Medien besteht in der Raumüberbrückung. Umso verwunderlicher ist es, dass bei Fragen nach Begriff, Funktion und Wirkung von Medien die Räumlichkeit des Medialen selbst kaum in den Blick gerät. Dieses spezifische Verschwinden haben Medien mit Infrastrukturen...

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Eine wesentliche Funktion von Medien besteht in der Raumüberbrückung. Umso verwunderlicher ist es, dass bei Fragen nach Begriff, Funktion und Wirkung von Medien die Räumlichkeit des Medialen selbst kaum in den Blick gerät. Dieses spezifische Verschwinden haben Medien mit Infrastrukturen gemeinsam. Denn wie der Name bereits sagt, betreffen Infrastrukturen die Dimension des -darunter Liegenden- (infra, lat. ›unten, unterhalb) und tendieren insofern grundsätzlich zu 'Unsichtbarkeit'. Noch die im Rahmen des spatial turn erfolgende Rückbesinnung auf die Dimension des Raums widmet sich weniger der Räumlichkeit von Netzwerken und Architekturen, die Medien voraussetzen, um funktionieren zu können, als vielmehr Fragen der medialen Repräsentation von Raum (mapping) sowie der konkreten Verortung von Medien (-Geomedien-). Das Seminar nimmt sich dagegen vor, dem Problem der Infrastruktur genauer nachzugehen und damit zugleich nach den materialen Ermöglichungsbedingungen von 'Medien' zu fragen. Sind Infrastrukturen Medien? Gibt es spezifisch mediale Infrastrukturen oder eine grundlegende Medialität von Infrastrukturen? Dabei soll einerseits der Begriff der Infrastruktur systematisch beleuchtet (Eigenschaften, Funktionsweise, Effekte) und mit den Konzepten des Netzwerks und anderer Architekturen in Verbindung gebracht werden. Handelt es sich bei Infrastrukturen um statische Gebilde oder zeichnen sie sich selbst durch eine spezifische Prozessualität aus? Sind Infrastrukturen globale oder lokale Implementierungen? Wie sieht es mit dem Zugang zu Infrastrukturen und dem Einfluss von Standardisierungsprozessen aus? Andererseits sollen Beispiele für Infrastrukturen anhand verschiedener Anwendungskontexte historisch und systematisch vergleichend diskutiert werden: etwa die Verkehrsinfrastrukturen des 19. Jahrhunderts (Eisenbahn, Elektrizität), urbane Netzwerke Anfang des 20. Jahrhunderts (Rohrposten, städtischer Verkehr) oder Informationsarchitekturen des 21. Jahrhunderts (Internet, Social Media, digitaler Börsenhandel). Die Seminarlektüre wird zu Semesterbeginn bei Moodle eingestellt. Bedingung für Scheinerwerb ist regelmäßige, aktive Teilnahme und das Anfertigen von Lektüreprotokollen, ggf. Hausarbeit. Medienwissenschaftliches Seminar Universität Siegen WiSe 2012/13 Dr. Schabacher Gabriele