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Uni-Siegen
14. März 2017

Zeitmaschine Film Zeitmaschinenfilme

Eine Zeitreise in das Jahr 1895 würde nicht nur an den Punkt der Geschichte zurück führen, an dem die Idee einer Zeitmaschine durch H. G. Wells erstmals literarisch Gestalt an­nimmt und damit sinnbildhaft Zeitgeist, Technologieverbundenheit und Menschheits­streben dieser Umbruchsära ausdrückt,...

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Eine Zeitreise in das Jahr 1895 würde nicht nur an den Punkt der Geschichte zurück führen, an dem die Idee einer Zeitmaschine durch H. G. Wells erstmals literarisch Gestalt an­nimmt und damit sinnbildhaft Zeitgeist, Technologieverbundenheit und Menschheits­streben dieser Umbruchsära ausdrückt, sondern gleichzeitig auch in das Jahr, in dem mit der Präsentation des ersten Filmprojektors durch die Gebrüder Lumière, eine Art reales Zeitmaschinenmedium aufkommt und wortwörtlich Aufsehen erregt. Die Erfindung der fiktionalen Zeitmaschine koinzidiert mit der des Films. Die filmischen Möglich­keiten, Zeitlichkeit darstellen zu können, ähneln dem Funktionsprinzip einer Zeit­maschine. Doch wie genau kann der Film Zeitverläufe ‚manipulieren‘ und dem Betrachter damit eine erweiterte Form der Zeitwahrnehmung bieten? Was macht den Film zur Zeit­maschine? Dieser Frage soll im Seminar nachgegangen werden, indem wir den Film als Zeitmaschine für die Augen zu sehen lernen. Der Film kann Bilder der Ver­gangenheit wachrufen und Zukunftsvisionen erscheinen lassen sowie Zeit selbst vor­führen. Darüber hinaus können Zeitreisefiktionen in ihm Gestalt annehmen. Er ist die Maschine, die Zeitreisen visuell darstellbar macht und zum Spiel mit der Zeit verführt. So durchzieht die Zeit­reisethematik die Filmgeschichte von den Anfängen des Mediums bis heute. Eine Fülle von Zeitmaschinenfilmen bietet Stoff für medienkulturwissenschaftliche Analysen. Diesem Vorhaben wollen wir uns im Seminar ebenfalls zuwenden. Im Anschluss an die Untersuchung des Films als Darstellungsmittel von Zeit(reisen), soll der analytische Blick auf die Inhaltsebene des Mediums selbst gerichtet werden, um exemplarisch herauszuarbeiten, auf welche Weisen das Motiv einer Zeitreise mittels Zeitmaschine filmisch inszeniert wird. Dazu werden unter anderem die Filme The Time Machine von George Pal, La Jetée von Chris Marker, die Trilogie Back to the Future I-III von Robert Zemeckis und Primer von Shane Carruth analysiert werden. Mit Bezugnahme auf die Medientheorie Marshall McLuhans (Understanding Media 1964) soll dabei erörtert werden, dass die Idee, mittels einer Maschine durch die Zeit reisen zu können, ein Faszinationsmuster darstellt, das den Menschen als Filmzuschauer fesselt, weil es gerade die Möglichkeit seiner Entfesselung vor Augen führt, sowie dass die Zeitmaschine als Medium der Zeitreise zugleich als Ausdruck von Extensionsver­langen und Amputationsfurcht gedeutet werden kann. Medienwissenschaft - Medienästhetik Universität Siegen SoSe 2012 Dipl.-Medienwiss. Ludwig Sandra Dipl Medienwiss